Positives Zwischenfazit
Schäuble ist mit WM-Sicherheitslage zufrieden

Die Sicherheitslage im Land ist durchweg positiv. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ist mit dem bisherigen Verlauf der Weltmeisterschaft zufrieden. Die beiden bisherigen Ausschreitungen seien zu vernachlässigen.

Bisher hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble keinen Grund zur Sorge: Das Sicherheits-Zwischenfazit zum Ende der WM-Vorrunde fiel im sid-Interview durchweg positiv aus. Der Abgeordnete bezeichnete die Veranstaltung als "ein einziges Fest". Die beiden Zwischenfälle mit vorwiegend deutschen Hooligans in Dortmund und Köln warfen bislang die einzigen Schatten auf die ersten beiden WM-Wochen. Doch selbst diese schwersten Ausschreitungen sind nach Meinung Schäubles zu vernachlässigen.

"Deutsche und ausländische Hooligans sind nicht in der Lage gewesen, dieses Fußballfest ernsthaft zu stören. Und durch die fröhlich-friedliche Stimmung der letzten Tage ist klar geworden, dass es keine Solidarität für Randalierer gibt", sagt der CDU-Politiker.

Vornehmlich deutsche Hooligans festgenommen

In Dortmund und Köln wurden bei den Spielen Deutschland gegen Polen beziehungsweise England gegen Schweden insgesamt 566 Personen vorübergehend festgenommen. Vornehmlich deutsche Hooligans waren in beiden Städten von der Polizei eingekesselt worden.

Ansonsten feierten Millionen Menschen in den WM-Städten und in ganz Deutschland riesige Feste, und selbst auf den im Vorfeld mit Sorge betrachteten Public-Viewing-Geländen kam es nur vereinzelt zu Zwischenfällen. Im Hinblick auf eine mögliche Terrorbedrohung liegen den Behörden nach wie vor keine konkreten Hinweise vor.

Die verstärkte Präsenz bekannter Krawallmacher aus dem Inland ist für die Experten derweil keine Überraschung. "Das haben wir so erwartet. Diese Leute wollen ihr Territorium verteidigen und sich zu Hause keine Blöße geben", erklärt Gunter A. Pilz, Fan-Forscher und Berater des WM-Organisationskomitees.

Viel Lob für internationale Polizei

Der Soziologieprofessor der Universität Hannover interpretiert das Übergewicht deutscher Hooligans auch als Erfolg der Polizei. Ausländische Problemfans hätten große Schwierigkeiten bei der Grenzüberschreitung, meint Pilz, und hebt hervor: "Alle Sicherheitskonzepte sind bislang hervorragend aufgegangen."

In der Tat werden die etwa 260 000 heimischen und die 323 Polizisten aus 13 europäischen Ländern, die während der WM im Einsatz sind, bislang mit Lob überschüttet. "Die Menschen fühlen sich sicher und nehmen die Polizeikräfte aus dem In- und Ausland wirklich als Freund und Helfer wahr", sagt Innenminister Schäuble: "Und wenn nötig, greifen die Sicherheitskräfte konsequent durch."

Dies war in Dortmund der Fall, als sich am 14. Juni in der Innenstadt auch Sondereinsatzkräfte an den Aktionen gegen die Hooligans beteiligten. Im gesamten Stadtgebiet und Umgebung war an diesem Tag die Rekordzahl von 9 000 Polizisten im Einsatz.

Weltmeisterliche Leistung der Einsatzkräfte

"Die polizeilichen Einsatzkräfte haben bisher eine weltmeisterliche Leistung gezeigt", meint auch der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg. Die Polizei habe einen enormen Anteil daran, dass diese WM bislang tatsächlich ein überwiegend friedliches Fest der Fans aus aller Welt sei.

Dass sich dies bei einem möglichen vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Mannschaft noch ändern könnte, glaubt Schäuble aus einem ganz einfachen Grund nicht: "Da Deutschland ja Weltmeister wird, bleibt uns die gute Stimmung auch erhalten."

© SID

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