PR-Auktion
Uerdingen versteigert einen Platz in seinem Kader

Der KFC Uerdingen geht auf der Suche nach einem Trikotsponsor eigenwillige Wege: Um die Aufmerksamkeit auf den Verein zu lenken, versteigert der Fußball-Viertligist seit Dienstagabend beim Online-Auktionshaus Ebay einen Platz im Kader der ersten Mannschaft für die gesamte Saison – inklusive Training, einem Platz auf dem Mannschaftsfoto, eigenen Autogrammkarten und der Spielberechtigung.

rab DÜSSELDORF. „Wir hoffen, dass wir durch die PR-Aktion einen Trikotsponsor finden“, sagt der 1. Vorsitzende des KFC, Ralf Houben. Wunschkandidat des Vereins für den Kaderplatz ist natürlich ein Prominenter. Kaum auszudenken, was es für den Viertligisten und seinen neuen Sponsor hieße, wenn zum Beispiel einer wie der zu fast jedem Klamauk bereite Moderator Stefan Raab im Trikot des KFC Uerdingen aufliefe.

Ganz neu ist die Aktion aber nicht: 2004 versteigerte der Verbandsligist SF Hamborn für 5 250 Euro einen Platz im Kader für ein Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund. Dortmund protestierte, der Sieger nahm als Trainer auf der Hamborner Bank Platz.

Houben kämpft mit seinen Vorstandskollegen gerade gegen das schlechte Image des einst so erfolgreichen Vereins, der durch Lizenzentzug und Insolvenz geschwächt ist. Ein paar Euro kann er aber auch einplanen: Gestern Abend lag das Höchstgebot bei rund 4 000 Euro, sechs Tage vor Ablauf der Auktionsfrist.

Für den wirtschaftlichen Abstieg verantwortlich ist Houbens Vorgänger Henning Harke. Der hatte einige Kreativität bei der Finanzplanung an den Tag gelegt: Da versprach der Verein zum Beispiel seinem Hauptsponsor Tecklenburg, Immobilien im Wert von über drei Millionen Euro für ihn zu verkaufen, und schrieb das brav in einen Zusatzvertrag hinein. Der KFC hat die Immobilien nie verkauft, der Sponsor verweigerte die Zahlung – der Verein kassierte keinen Cent der zugesagten 150 000 Euro und nun streiten sich die Anwälte. Ohne Hauptsponsor lebt es sich natürlich schlecht, besonders wenn man schon in Geldnöten steckt. Am 31. März 2005 musste der KFC deshalb Insolvenz anmelden. Die Altlasten belaufen sich auf 1,5 bis 1,8 Millionen Euro.

Dummerweise wusste auch der DFB nichts von dem Zusatzvertrag und entschied, dass der Verein sich die Lizenz erschlichen habe – am 25. Mai 2005 war die Spielberechtigung für die Regionalliga auch noch weg.

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