Premier League
Englische Klubs häufen riesigen Schuldenberg an

Trotz Rekordeinnahmen haben die 20 Vereine der englischen Top-Liga insgesamt Verluste von einer halben Milliarde Pfund eingefahren. Nun ist fraglich, ob die Clubs die neuen Uefa-Regeln erfüllen werden.
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LondonDie englische Premier League bleibt sich treu: Sie verbrennt weiterhin Geld – soviel wie noch nie in ihrer Geschichte: Die 20 Vereine der Liga haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 Verluste von insgesamt einer halben Milliarde Pfund (umgerechnet 570 Millionen Euro) angehäuft. Das geht aus der jährlichen Premier-League-Analyse der britischen Tageszeitung „Guardian“ hervor.

Die Geldverbrennungsanlage Premier League lief auf Hochtouren – und das, obwohl die Clubs Einnahmen auf Rekordniveau hatten: 2,12 Milliarden Pfund (2,4 Milliarden Euro). Der größte Teil stammt aus Fernsehgeldern. 

Laut „Guardian“ haben nur vier der 20 Top-Vereine einen Überschuss erwirtschaftet: Arsenal, Birmingham City, West Bromwich Albion und die Wolverhampton Wanderers. Den höchsten Gewinn vor Steuern verbuchte der FC Arsenal. Der Club kam auf ein Plus von 56 Millionen Pfund (63 Millionen Euro). Allerdings profitierten die Gunners dabei vor allem von Immobiliengeschäften. Der Verein hat sein altes Stadion im Londoner Stadtteil Highbury zu einer Wohnanlage umgebaut und die Wohnungen verkauft.

Inzwischen ist Arsenal aber auch in die roten Zahlen gerutscht. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres kam der Verein auf ein Minus von 2,5 Millionen Pfund und erklärt das vor allem dadurch, dass man keine Spieler verkauft habe und daher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein wichtiger Einkommensbestandteil fehle. Im Vergleich zu den meisten Konkurrenten fällt der Arsenal-Verlust aber eher überschaubar aus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr fuhr Manchester City den mit Abstand größten Verlust vor Steuern ein: 121 Millionen Pfund (137 Millionen Euro). Dazu haben in erster Linie hohe Transfersummen und Spielergehälter beigetragen. Auf der Liste der größten Verlustmacher folgen Manchester United (ein Minus von 79 Millionen Pfund vor Steuern), der FC Chelsea (78 Millionen Pfund) und Aston Villa (38 Millionen Pfund).

Die meisten Vereine ächzen zudem unter hohen Schulden: Insgesamt summieren sich die Verbindlichkeiten der Premier League auf 2,5 Milliarden Pfund. Dafür stehen in der Regel die Klubeigentümer gerade. Die Vereine sind von deren Wohl und Wehe abhängig. Während einige Eigentümer wie etwa ein Scheich aus Abu Dhabi, dem Manchester City gehört, ohne Rücksicht auf Verluste in den Verein investieren, versuche andere Geld rauszupressen – allen voran die Glazer-Familie, die Manchester United 2005 kaufte.

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