Premier League
Wer wirklich etwas auf sich hält, kauft sich einen Fußball-Klub

Eine beispiellose Übernahmewelle erschüttert den englischen Profifußball: Investoren aus Dubai und den USA planen angeblich die Übernahme des Traditionsklubs Arsenal London. Doch die Premier League ist mehr als nur ein Spielzeug für verwöhnte Milliardäre.

LONDON. Der FC Arsenal London blickt auf eine stolze Tradition zurück. Seit der Gründung vor 121 Jahren gewannen die Nordlondoner 13 Mal die englische Meisterschaft und zehn Mal den Pokal. So viel Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Glaubt man den gewöhnlich gut informierten Boulevardzeitungen in England, dann plant eine Investorengruppe aus Dubai unter Führung von Sheikh Mohammed Bin Rashid Al Maktoum ein Übernahmeangebot. 450 Millionen Pfund will sich der fünftreichste Mann der Welt, seines Zeichens Kronprinz des Stadtstaates, den Traditionsklub kosten lassen. Sollte der Scheich scheitern, stünde auch US-Investor Stanley Kroenke bereit. Dem schwerreichen Unternehmer wird ebenfalls reges Interesse an den Gunners nachgesagt.

Damit droht der Traditionsklub zum jüngsten Opfer einer beispiellosen Übernahmwelle zu werden. Yachten, Villen und Diamanten haben als Statussymbol für die Superreichen dieser Welt offenbar ausgedient. Wer wirklich etwas auf sich hält, der kauft sich einen englischen Erstliga-Klub. Vor allem die Amerikaner scheinen ihre Liebe zum Soccer zu entdecken. Erst vor wenigen Tagen schluckten die beiden US-Investoren George Gillett und Tom Hicks Rekordmeister FC Liverpool für 438 Mill. Dollar.

Sieben Vereine der Premier League befinden sich mittlerweile in ausländischer Hand. Und ein Ende des Ausverkaufs ist nicht abzusehen. Die englischen Vereine haben sich bereits vor langer Zeit dem Markt geöffnet, jetzt gibt es kein Zurück mehr. Der nationale Fußballverband FA zeigt sich zwar besorgt, aber machtlos: „Wir können niemanden wegen seiner Nationalität diskriminieren. Fußballvereine werden nicht nur von uns reguliert, es gilt auch das Firmen- und Börsenrecht“, sagt FA-Chef Brian Barwick.

Tatsächlich ist die Premier League mehr als nur ein Spielzeug für verwöhnte Milliardäre, die Liga ist die wirtschaftlich erfolgreichste der Welt. Der englische Profifußball hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,3 Mrd. Pfund erwirtschaftet – fast 50 Prozent mehr als die zweitplatzierte italienische Serie A. Unter den 20 reichsten europäischen Klubs finden sich gleich vier aus der Premier League, dagegen nur jeweils zwei aus Italien und Spanien.

Fußballunternehmen bieten zwar kein rasantes Wachstum – zu unsicher ist der sportliche Erfolg, und neue Märkte lassen sich nicht unbegrenzt erschließen – aber die stabilen Zuschauerzahlen und der märchenhafte Fernsehvertrag, der den Klubs bis 2010 Einnahmen von 3,6 Mrd. Euro sichert, garantieren einen Cash-Flow, mit dem sich die Investitionen der Milliardäre problemlos refinanzieren lassen.

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