Presseschau zum neuen Bundestrainer
„Joachim Löw, die drittbeste Lösung“

Jürgen Klinsmann hat das Boot "Nationalmannschaft" verlassen. Zurück bleibt Joachim Löw als künftiger Steuermann. Die Kommentatoren der deutschen Zeitungen begrüßen seine Wahl zum neuen Bundestrainers fast einstimmig. Doch vereinzelt gibt es auch Kritik: Hat Löw genug Durchsetzungskraft und Charisma?
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Eine Auswahl der Pressestimmen:

"Badische Zeitung" (Freiburg): Klinsmann packt jetzt zusammen und geht zurück in die USA. Diesen Rückzugsraum wird Joachim Löw nicht haben. Der Südbadener tritt ein schwieriges Erbe an, und man wünscht ihm die Sturheit seines bisherigen Chefs, ebenso dessen überbordende Vitalität. Noch währt die Begeisterung in diesem Land. Diese zu erhalten, wird Löws vorrangige Aufgabe sein.

"Westdeutsche Zeitung" (Düsseldorf): Joachim Löw ist bestimmt ein guter Trainer und Taktiker. Aber ein Verkäufer ist er nicht. Doch angesichts der in kaum zwei Monaten beginnenden EM- Qualifikation blieb dem DFB keine andere Wahl. Klinsmann, die beste Lösung, will nicht mehr. Christoph Daum, die zweitbeste Lösung, hätte wahrscheinlich lange Diskussionen nach sich gezogen. Also ist Joachim Löw, die drittbeste Lösung, von nun an Bundestrainer ­- und die Gefahr groß, dass der deutsche Fußballfrühling bald zu Ende geht.

"Braunschweiger Zeitung": Jürgen Klinsmanns Feuer entsteht aus Reibung. Wer sich allerdings ausdauernd reibt, verliert nur Energie. Der bedächtige Joachim Löw ist ein guter Nachfolger. Denn das Land braucht nach dem Revolutionär jetzt einen gemäßigten Reformer.

"Südkurier" (Konstanz): Aus fachlicher Sicht ist Joachim Löw der logische Klinsmann-Nachfolger. Ein einziges Fragezeichen bleibt vorläufig: Werden ihn jene, mit denen er abseits der Nationalelf kooperieren muss, als ersten Mann im deutschen Fußball akzeptieren? Kann er sich, falls nötig, ähnlich kompromisslos wie Klinsmann durchsetzen? Die ersten Kommentare von Bundesliga-Wortführern sind positiv, sie versprechen genauso Unterstützung wie DFB-Sportdirektor Matthias Sammer. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob das beendete Projekt 2006 so wenig personengebunden war, wie Jürgen Klinsmann gestern weismachen wollte.

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