Primera Division
Spaniens Fußballer flüchten vor der Krise

Die Krise in Spanien macht sich auch im Fußball bemerkbar. Die Primera Division verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Die besten spanischen Fußballer spielen entweder bei Real oder Barcelona – oder gehen ins Ausland.
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MadridDer FC Barcelona verpflichtete den brasilianischen Fußballstar Neymar für eine Ablöse von 57 Millionen Euro. Real Madrid gab für das Talent Asier Illarramendi 38 Millionen aus, obwohl der U-21-Europameister wohl nur Ersatzspieler sein wird. Zudem erwägen die „Königlichen“, den Waliser Gareth Bale für eine Rekordsumme von 100 Millionen Euro zu holen. Der spanische Fußball scheint im Geld zu schwimmen, doch der Eindruck täuscht. Das Gegenteil ist der Fall.

Abgesehen von Real und Barça stecken die übrigen Profi-Vereine im Land des Welt- und Europameisters in bitteren Finanznöten. Einige werden gar von Konkursverwaltern geführt, die meisten Clubs der Primera División müssen ihre besten Spieler verkaufen. Die Folge: Das Ungleichgewicht zwischen den Top-Clubs Real und Barça und der Konkurrenz ist noch größer geworden als bisher. Das Sportblatt „Marca“ bringt den ungleichen Kampf auf den Nenner: „Zwei Rennwagen und eine Schar von Fahrrädern“.

Auf den spanischen Profi-Clubs lastet ein Schuldenberg von etwa 3,5 Milliarden Euro. Da sich die meisten Erstligisten teure Spieler nicht mehr leisten können, flüchten die spanischen Fußballer in Scharen ins Ausland - allein in diesem Jahr war es eine Rekordzahl von mehr als 30 Erstliga-Profis. In der Premier League kicken mittlerweile 32 Spanier, in Italiens Serie A sind es acht und in der Bundesliga fünf.

Allein der FC Sevilla, der als UEFA-Cup-Sieger 2006 und 2007 vor kurzem noch zur europäischen Elite gehörte, gab sechs Spieler an die Premier League ab: Alvaro Negredo und Jesús Navas an Manchester City, Gary Medel an Cardiff City, Antonio Luna an Aston Villa, Luis Alberto an den FC Liverpool und José Campaña an Crystal Palace.

„Wenn wir um einen Fußballer werben und uns kommt ein englischer oder deutscher Club – oder auch ein neureicher Verein aus Russland oder der Ukraine – in die Quere, ist der Spieler für uns verloren“, sagte Sevillas Sportdirektor Ramón Rodríguez „Monchi“ der Zeitung „El País“. „Wir können mit diesen Vereinen finanziell nicht konkurrieren.“

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„Wir können nicht länger in einer Blase leben“

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  • Beim Fussball in Frankreich werden sie wieder irgendeine Ausnahme finden. Im Endeffekt wird in Frankreich Niemand die Reichensteuer zahlen müssen, im Gesetz wird sie trotzdem stehen und die Regierung wird damit prahlen.

  • Wenn der Wahnsinn in dieser Konstellation in Spanien weitergeführt wird, dann gibt es bald in der Spielzeit nur noch die Spiele.
    FC Barcelona - Real Madrid
    Real Madrid - FC Barcelona
    FC Barcelona - Real Madrid
    " - "
    " - °
    Und baufällige Stadien müssen mit EU Gelder abgerissen
    werden.

  • Wenn sich in Frankreich die Reichensteuer durchgesetzt hat, dann hoffentlich auch dort. Das geschähe den sozialistischen Regierungen richtig und den die wählenden Fussballfans auch.
    Schade ist es für Spanien, die den Schlamassel der kommunistischen Vorgängerregierung ausbaden müssen.

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