Pro Hertha
Warum Berlin nicht absteigen darf

Die deutsche Hauptstadt ist Spitze beim Feiern, innovativen Startups, Touristen- und Zuschauerzahlen. Da darf ein Spitzenklub im Fußball nicht fehlen, findet Handelsblatt-Autorin Désirée Linde.
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BerlinBerlin hat einen Lauf. Zweifelsohne einen der negativen Art. Der Flughafen Schönefeld wird zwei Monate später fertig als angekündigt, die Zugezogenen überschwemmen die Stadt und treiben die Mietpreise nach oben, die marode S-Bahn fällt regelmäßig aus, der Schuldenberg soll bis 2016 noch auf 65 Milliarden Euro anwachsen, und dann kam auch noch Hertha dazu.

Der drohende Abstieg aus dem Oberhaus der Bundesliga, in das sich das Team erst in der vorangegangenen Saison zurückgekämpft hatte, könnte das Berlin-Gefühl dieser Tage perfekt machen. Das Berlin-Gefühl, dass den Hauptstädtern derzeit nichts, aber auch gar nichts gelingen mag.

Das hat die Alte Dame nicht verdient. Deutschland wäre damit das einzige europäische Land, das sich ein Fußball-Oberhaus leistet, in dem die Hauptstadt nicht vertreten ist. Nicht nur ein Armutszeugnis für die Stadt, sondern für die ganze Region. Zwar hat vor der Wende auch niemand nach einem Erstliga-Klub für Bonn gerufen. Doch es reiht und reihte sich im Westen - und gerade NRW mit Dortmund, Schalke, Leverkusen und Mönchengladbach - auch Spitzenklub an Spitzenklub.

Ohne Hertha aber würde die Osthälfte der Bundesrepublik endgültig zum fußballerischen Niemandsland. In den neuen Ländern um Berlin herum wäre in einem Radius von Hunderten von Kilometern kein Erstliga-Team mehr zu finden. Selbst in der zweiten Liga behaupten sich die einzigen Klubs der Region - wie Dynamo Dresden und Energie Cottbus - mehr schlecht als recht.

Kommentare zu " Pro Hertha: Warum Berlin nicht absteigen darf"

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  • Also ich muß schon sagen.
    Wenn man als Autor keine Ahnung hat, sollte man vielleicht einfach mal nichts Schreiben.
    Hier mehrere Gegenargumente zu den Thesen im Text:
    - die Relegation an sich ist schon unfair, da hier eine
    komplette Saison auf den Kopf gestelt wird. 2 spiele
    sind wichtiger als die restlichen 34 spieltage
    - Hertha (bzw. Michi Preetz) hat ohne Not Markus Babbel in
    der Winterpause rausgeworfen
    - die Ach so tollen Herthafans, schaffen es ja nicht mal
    zu Relegation das Stadion auszuverkaufen!! Es lag
    definitiv nicht an der Landeshauptstadt von NRW, dass nur
    69000 Zuschauer da waren, Dusseldoof hat alle seine
    Karten abgenommen, an einem Donnerstagabend,
    - das Olympiastadion ist das fanunfreundlichste Stadion
    der Liga, keine Stehplätze, dafür flache Sitzplatzreihen,
    die jede Stimmung unterdrücken
    - Zudem hat die liebe Autorin die ganzen anderen Ostvereine, wie Dresden, aue oder Union unterschlagen. Wie oben schon angemerkt haben die doch eine gute bzw. zufriedenstellende Saison gespielt.

    - Ich als Kölnfan freue mich wenn Dusseldoof aufsteigt. Denn die haben es verdient. Genauso wie es der FC verdient hatte abzusteigen und es auch die Hertha verdient hat abzusteigen. Wer so schlecht spielt muß bestraft werden!

    Come on FC!

  • Als Fußballfan vertritt man mit seinem Verein seine Stadt, seine Region oder zumindest etwas, was einen dort verbindet. Insofern fällt es mir schwer, die Hertha zu unterstützen - obwohl es sich um DEN Hauptstadtclub handelt und ich es eigentlich schade finde, dass die größte deutsche Stadt nicht in der 1. Bundesliga vertreten ist. Politik, Finanzen, Menschen - alles scheint an dieser Stadt zweitklassig zu sein (und das obwohl ich den Ur-Berliner Dialekt gerne höre und ihn sehr sympatisch finde). Nirgends auf der Welt schmarotzt eine Hauptstadt so und lebt vom Erarbeitetem anderer.
    Warum sollte also nicht ein 7,8 Mio. Kader aus dem Rheinland eine Chance erhalten? Augsburg zeigt, dass man auch erstklassig bleiben kann, wenn man kampfgeist besitzt.

  • Dazu hat der Author noch Aue vergessen. So richtig kennt der sich in Sachen Geografie auch nicht aus.

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