Profi-Schiri Bibiana Steinhaus
„Je aufgeregter es wird, desto entspannter muss ich sein“

Die Frauenquote bei den DFB-Schiedsrichtern liegt bei gerade mal vier Prozent. Bibiana Steinhaus durfte bislang nur Spiele aus der 2. Liga pfeifen. Nun hat sie den Sprung nach ganz oben geschafft: in die 1. Bundesliga.
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DüsseldorfAls Mitglied der Bibiana-Steinhaus-Fangruppe auf Facebook musste man vergangenen Freitag einfach merken, dass etwas passiert war. Denn: Plötzlich spülte das Netz einen neuen User nach dem anderen in die Gruppe, der dort unbedingt mitteilen musste, wie glücklich er ist, dass Deutschlands einzige Bundesliga-Schiedsrichterin in der kommenden Saison nun endlich auch in der 1. Liga pfeifen darf. „Ich gratuliere von Herzen!“, schreibt etwa der Nutzer Ma Wallert, „Leistung und Ausdauer zahlt sich aus, in diesem Fall auch für den Fußballsport!“ Oder Georg Kiriakidis: „Das hat mit Frauenpower, aber viel viel mehr mit Können und Erfahrung zu tun, deswegen bin ich froh, dass die Frau endlich auch in der Bundesliga pfeift. Punkt.“

Die 38-Jährige, das gab der Deutsche Fußball-Bund am Freitag nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt am Main bekannt, gehört nun zu den insgesamt vier Referees, die im Sommer in die Erste Liga aufsteigen werden - mehr Geld für alle gibt es gleich dazu. „Es war schon immer mein Traum, als Schiedsrichterin in der Bundesliga aktiv sein zu dürfen. Dass dieser Traum nun wahr werden soll, erfüllt mich natürlich mit großer Freude“, sagte Steinhaus letzte Woche in einem Interview auf der DFB-Homepage. Wer ist diese Frau, die nun zusammen mit 23 anderen Kollegen auf der Schiedsrichter-Liste der Bundesliga steht?

Vor ziemlich genau einem Jahr trafen wir die Polizeibeamtin auf Lebenszeit - das ist Steinhaus nämlich im Hauptberuf - zum Gespräch in Hannover (das Interview können Sie hier nachlesen). Als das Café, in das wir eigentlich gehen wollten, geschlossen hat, laufen wir im strömenden Regen zu Fuß durch die Innenstadt und überkreuzen dabei ziemlich resolut die Straßen. „Man darf auf keinen Fall stehen bleiben“, rät die Profi-Schiedsrichterin, eine große, schlanke und durchtrainierte Frau. Wer zuckt, habe hier im Straßenverkehr verloren. Ihre Körpersprache: klar und unmissverständlich. Auf dem Weg zu einem anderen Café, in dem sie später als erstes den gekonnt aufgeschäumten Milchschaum mit dem Löffel unterrühren wird, schwärmt Steinhaus über den Leipziger Bahnhof, wo sie beim Umsteigen gerne einen längeren Aufenthalt einplant, um dort auf Shopping-Tour zu gehen. Auch so eine Leidenschaft neben dem Profi-Sport.

Am Tisch dann in einer ruhigen Ecke legt die blonde Frau eine kleine Goldkette mit einem Herzanhänger neben sich hin und redet entspannt darüber, wie 1995 alles angefangen hat. Damals pfiff sie mit 16 Jahren ihr erstes Spiel. Auf dem Fußballplatz war Steinhaus bis dahin als Linksaußen beim SV Bad Lauterberg aktiv. Schon vier Jahre später wurde sie 1999 DFB-Schiedsrichterin in der Frauen-Bundesliga. „In den Schiri-Job bin ich quasi reingerutscht“, sagt sie und ganz oft kräuselt sich ihre Nase beim Reden.

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Reingerutscht in den Schiri-Job

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