Projektion an Hochhäuser
„Mainhattan“ setzt sich in Szene

Als Einstimmung auf die Fußball-Weltmeisterschaft setzt der WM-Standort Frankfurt mit den Bankentürmen seine markantesten Immobilien ein. Die besten Szenen der internationalen Topstars projiziert die belgische Künstlerin Marie-Jo Lafontaine vom 3. bis zum 5. Juni, also wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel am 9. Juni, an insgesamt elf Hochhäuser im Bankenviertel

HB FRANKFURT. In dieser Größe bekamen die Zuschauer Oliver Kahn, David Beckham oder Ronaldinho noch nie zu sehen: Als Einstimmung auf die Fußball-Weltmeisterschaft setzt der WM-Standort Frankfurt mit den Bankentürmen seine markantesten Immobilien ein. Die besten Szenen der internationalen Topstars projiziert die belgische Künstlerin Marie-Jo Lafontaine vom 3. bis zum 5. Juni, also wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel am 9. Juni, an insgesamt elf Hochhäuser im Bankenviertel. 49 von 52 Spezialprojektoren, die es dafür weltweit nur gibt, bringt sie zum Einsatz. Bis zu 800 000 Menschen werden vor Ort erwartet, Millionen weltweit an den Bildschirmen. "Wir haben von vornherein danach gesucht, wie wir den Standort mit wenigen konzentrierten Aktionen besonders hervor heben können", sagt Sylvia von Metzler vom Bankhaus Metzler. Sie gehört dem Kuratorium der Stadt Frankfurt an, dass die Selbstdarstellung der Stadt zur WM in die Hände genommen hat.

Das Spektakel hat Methode, schließlich sind die Bankentürme zentrales Element im Erscheinungsbild der Stadt. Sie hatten wie der gesamte Frankfurter Büroimmobilienmarkt in den letzten Jahren mit immensen Leerständen zu kämpfen. Zeitweise suchten 15 Prozent der Flächen neue Mieter. Deswegen soll die Fußball-WM gerade auch dem Immobilienstandort helfen. Der verspürt zwar schon seit einiger Zeit einen Aufschwung. Doch die vier Wochen von Anfang Juni bis Anfang Juli sollen laut Stadtentwicklern, Wirtschaftsförderern, Maklern und Hotellerie sollen zusätzlich zur Imagepflege genutzt werden. "Im Tagesgeschäft spüren wir zwar noch nichts, aber die Spannung steigt", sagt Oliver Barth von Maklerhaus Atisreal.

Zu den wenigen nennenswerten Ansiedlungen im Großraum Frankfurt im Vorfeld der WM zählen die Zentrale des koreanischen Automobilkonzern Hyundai am Kaiserlei-Kreisel in Offenbach und die Mitteleuropa-Zentrale des US-Sportartikel-Giganten Nike. Der zog aus Mörfelden-Walldorf im Umland direkt an die Commerzbank-Arena. Daneben hat der Weltfußball-Verband Fifa einige Flächen angemietet, um freiwillige Helfer unterzubringen. "Direkte Einflüsse der Fußball-WM sind natürlich schwer zu messen. Wir versprechen uns natürlich indirekt über den Image-Gewinn sehr viel im Nachklapp zur WM", sagt Oliver Barth.

Dabei sehen Frankfurts Immobilienspezialisten in der großen Internationalität der Stadt - hier leben Menschen aus 180 Nationen - und dem Sitz von Finanz und Banken ein Alleinstellungsmerkmal. "Hier kann es keine andere Stadt mit Frankfurt aufnehmen", sagt Oliver Obert, Leiter der Bürovermietung Deutschland bei Jones Lang Lasalle (JLL). Vielmehr gelte es, Frankfurt mit Hilfe der WM gegenüber anderen Finanzmetropolen in der Welt zu positionieren. Den Ehrgeiz, London als Finanzplatz Nummer eins in Europa überholen zu wollen, hat man am Main ohnehin schon länger aufgegeben. Stattdessen will man als starke Nummer zwei Duftmarken setzten. Das scheint zu gelingen. Früher abgewanderte Banker und Berater kehren zurück. Dabei setzen die Experten durchaus auf die Übersichtlichkeit der Stadt mit ihren lediglich 650 000 Einwohnern, die kurzen Wegen und das enge Beziehungsgeflecht, das sich schon nach einiger Zeit entwickelt. Die kurze Entfernung von nur zehn bis 15 Autominuten zum drittgrößten Flughafen Europas sind ein weiterer Anreiz. Gerade die hochpreisigen Flächen in den Toplagen, nach denen vor allem die internationale Kundschaft sucht, sind deswegen schon wieder Mangelware. "Es wird bereits ab 2007 kein modernes Hochhaus in der Bankenlage geben, das große, zusammen hängende Flächen anbieten kann", sagt Oliver Obert vorher.

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