Proteste gegen Ahmadinedschad
NPD verzichtet auf Rechtsmittel gegen Demonstrationsverbot

Die NPD hat überraschend keine Rechtsmittel gegen das Verbot ihrer ursprünglich für Samstag geplanten Kundgebung eingelegt. Damit wäre ein NPD-Aufmarsch illegal. Proteste sind jedoch von anderere Seite am Rande des Spiels Portugal gegen Iran zu erwarten.

HB FRANKFURT/MAIN. Das zweite Spiel der iranischen Nationalmannschaft am Samstag hält die Sicherheitskräfte in Atem. Offenbar wird es aber anlässlich des Spiels gegen Portugal in Frankfurt am Main nur Demonstrationen gegen Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad geben. Nach Polizeiangaben vom Freitagmittag hat die rechtsextremistische NPD keine Rechtsmittel gegen das Verbot ihrer ursprünglich für diesen Tag geplanten Kundgebung eingelegt. Ungeachtet dessen verliefen die Fan-Feste vor und nach den WM-Spielen weiter überwiegend friedlich. Wie beim Auftaktspiel der Iraner am vergangenen Sonntag in Nürnberg wird Vizepräsident Mohammed Aliabadi auf der Zuschauertribüne sitzen. Ahmadinedschad selbst wird den Angaben zufolge definitiv nicht nach Frankfurt kommen.

Die ursprünglich für Samstag geplante Demonstration von Rechtsextremisten für den iranischen Präsidenten in Frankfurt war von der Stadt unter Hinweis auf eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verboten worden. Allem Anschein nach haben die Veranstalter aber darauf verzichtet, gegen das Verbot vor Gericht zu ziehen. Wie es heißt, will die NPD offenbar alle Kräfte auf ein für den selben Tag geplantes "Sommerfest" in Regensburg konzentrieren.

Die Frankfurter Polizei werde aber wachsam sein und sei entschlossen, im Fall der Fälle gegen einen illegalen Aufmarsch oder sonstige Störungen vorzugehen. In ganz Hessen stünden 15.800 Polizisten zur Verfügung, von denen im Bedarfsfall so viele Kräfte wie nötig in Frankfurt eingesetzt werden könnten, sagte Polizeisprecher Peter Freier.

Einen friedlichen Verlauf erwartet die Polizei indes von der für 14.00 Uhr auf dem Frankfurter Opernplatz geplanten Protestkundgebung gegen den iranischen Präsidenten. Dazu haben mehrere jüdische Organisationen aufgerufen, die sich gegen die israelfeindlichen Äußerungen Ahmadinedschads und dessen Leugnung des Holocausts wenden.

Ungeachtet dessen zollte das WM-Organisations-Komitee den englischen und schwedischen Schlachtenbummlern ein besonderes Lob, die nach den Siegen ihrer jeweiligen Nationalmannschaften in Nürnberg und Berlin ausgelassen feierten. Die meisten England-Fans hatten einen Tag nach dem 2:0-Sieg gegen Trinidad-Tobago die Frankenmetropole am Freitag schon wieder verlassen. Ausschreitungen gewalttätiger Fußballanhänger habe es nicht gegeben, sagte Polizeisprecherin Christiane Kofler. "Wir sind sehr erfreut. Es ist alles wunderbar verlaufen", betonte sie.

Bereits um 00.36 Uhr starteten am Freitagmorgen die ersten Flüge zurück nach England oder zu anderen WM-Spielorten. Auch Sonderzüge und Sonderbusse brachten zahlreiche Fans zu ihren weiteren Zielen. Stuttgart war am Freitag fest in der Hand der niederländischen Fans. Vor dem Spiel gegen die Elfenbeinküste waren in Straßencafes, in Biergärten und in der gesamten Innenstadt orangefarbene Fahnen und geschminkte Anhänger zu sehen. "Alles ist ruhig", sagte Polizeisprecher Olef Petersen am Mittag.

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