Puma und Leicester
Freud und Leid in England

Die Fußball-Meisterschaft von Leicester City in der englischen Premier League ist auch ein Triumph für den Ausrüster Puma. Allerdings ist der Jubel des fränkischen Sportherstellers auf der Insel nicht ungetrübt.

MünchenLeicester City ist englischer Fußballmeister, und in Herzogenaurach knallen die Sektkorken: Seit 2012 stellt der fränkische Sportkonzern Puma die Trikots des Clubs. Dass die Mannschaft jemals den Titel auf der Insel holen würde, das hatte bei der Raubtiermarke niemand erwartet.

Doch nun jubelt Puma-Chef Bjørn Gulden: „Wir sind sehr stolz auf Leicester City. Mit dem Gewinn der Meisterschaft haben sie alle Erwartungen übertroffen und der Welt gezeigt, was man mit Selbstvertrauen, Entschlossenheit und Teamgeist erreichen kann.“ Trotz einer Wett-Quote von 5000:1 auf die Meisterschaft hätte sich das Team durchgesetzt und „während der gesamten Saison pure Spielfreude versprüht“, betonte der ehemalige Profi-Fußballer.

Dabei hatte Gulden eigentlich auf eine ganz andere Mannschaft gesetzt. Der Norweger verpflichtete vor zwei Jahren den Konkurrenten Arsenal. Die ‚Gunners‘ sollten der angestaubten Sportmarke weltweit wieder neuen Glanz verleihen. Doch aus dem Plan wurde nichts: Das Team schied im Frühjahr im Achtelfinale der Champions League sang- und klanglos aus, in der Liga sind die Londoner nur Dritter mit zehn Punkten Rückstand auf Leicester.

Bis zu 40 Millionen Euro pro Saison lässt sich der Manager das Engagement schätzungsweise kosten. „Ein Sponsoring dieser Größenordnung ist sowohl in der Historie von Puma als auch für Arsenal einmalig“, unterstrich Gulden bei der Vertragsunterzeichnung.

Was Gulden zu jener Zeit nicht ahnen konnte: Nicht Arsenal lässt Puma seither in einem freundlichen Licht erscheinen, sondern Leicester. Ein Team, das noch sein Vorgänger Franz Koch verpflichtet hat. Im Frühjahr 2012 zog der Kurzzeit-CEO den damaligen Zweitligisten an Land. Seither ging es stramm bergauf in der englischen Provinzstadt: 2014 ist Leicester aufgestiegen. 2015 schloss die Mannschaft die Premier League auf Rang 14 ab, als bester Aufsteiger.

Am Montagabend nun sicherte sich Leicester den Titel, obwohl das Team gar nicht auf dem Platz stand. Doch ein 2:2 zwischen dem FC Chelsea und Tottenham Hotspur sorgte dafür, dass die Mannschaft nicht mehr einzuholen ist. Leicester City, was vergangene Saison als Tabellen-15. schon umgerechnet 96,2 Millionen Euro aus TV-Geldern eingenommen hat, kann mit einem gewaltigen Gewinnsprung rechnen. Bisher bekam der englische Meister schon etwa 40 Millionen Euro mehr, plus Einnahmen aus der Champions League und Merchandising. Tendenz steigend, ab der kommenden Saison wird das Gesamtvolumen der Fernsehgelder für die 20 Vereine der Premier League auf rund 9,5 Milliarden Euro steigen.

Gut, dass Puma und Gulden den Vertrag mit Leicester erst vergangenes Jahr verlängert haben. Zu Details wollte er sich zuletzt nicht äußern. Nur so viel: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt“, sagte der Norweger jüngst in der Zentrale in Herzogenaurach. Experten sind sich sicher, dass Leicester trotz der überragenden Saison nur einen Bruchteil dessen bekommt, was Arsenal einstreicht. Künftige Verhandlungen dürften nicht mehr so günstig für den Hersteller ausgehen.

Seite 1:

Freud und Leid in England

Seite 2:

„Puma ist auf einem guten Weg“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%