„Rangfolge kann sich wieder ändern“
Lehmann wittert Morgenluft

England-Legionär Jens Lehmann wollte vor dem Braslien-Spiel nach seiner Lobbyismus-Kritik zwar kein weiteres Öl ins Torwart-Feuer gießen. Doch seine Kampfansage an Oliver Kahn ist eindeutig.

HB HERZOGENAURACH. Trotz des von Jürgen Klinsmann erneuerten Status quo in der Torwartfrage sieht Lehmann seine Chancen auf den Platz im deutschen Tor bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 intakt. Der Arsenal-Keeper will weiter die Position von Oliver Kahn als Nummer 1 angreifen. "Ich habe es in der Vergangenheit schon anders gehört, und es kann sich wieder ändern. Es ist noch ein weiter Weg bis zur WM", erklärte der 35-jährige Torhüter am Freitag vor Journalisten in Herzogenaurach. Bundestrainer Klinsmann hatte zuvor untermauert, dass Oliver Kahn wie schon zum Start seiner Amtszeit derzeit die Nummer 1 sei, Lehmann der Herausforderer bleibe.

"Es interessiert mich nicht besonders, wie es rüber kommt", sagte Lehmann zu Klinsmanns aktueller Rangliste und ergänzte: "Für mich ist es nur wichtig, dass ich gegen Brasilien spiele und einen guten Saisonabschluss habe." Sein 25. Länderspiel-Einsatz im Halbfinale des Confederations Cups am Samstag in Nürnberg gegen den Rekordweltmeister ist für Lehmann nochmals ein absoluter Höhepunkt und eine Chance, im Dauer-Duell gegen Kahn Pluspunkte zu sammeln.

"Die Zuschauer haben eine hohe Erwartungshaltung - gerade was die Torhüter angeht. Da kann ich mich nicht mit Nebensächlichkeiten beschäftigen", wies der Wahl-Londoner am Tag vor dem Brasilien-Spiel Nachfragen nach dem aufgeflackerten Torwartstreit im DFB-Team zurück. Was die Nummer zwei jetzt für ihn bedeute? "Ich habe im Moment die Nummer zwölf auf dem Trikot. Es könne auch die 25 sein oder die 30", erwiderte Lehmann.

Auch zu seinem Verhältnis zu Kahn, der Lehmanns Vorwurf einer Bayern-Lobby entschieden zurückgewiesen hatte, wollte Lehmann nicht mehr neu Stellung beziehen: "Ich habe es mir abgewöhnt, mein Verhältnis zu irgendwelchen Mannschaftskameraden zu beschreiben." Ohnehin sei dies eine "eingefahrene Frage", ergänzte der gebürtige Essener. "Aber anscheinend wollen das die Leute hören." Die einzige Fachfrage, die er beim Confed-Cup gestellt bekommen habe, sei von einem Engländer gekommen. Über seinen Lobbyismus-Vorwurf wollte Lehmann nichts mehr sagen: "Das ist der falsche Zeitpunkt, darauf einzugehen."

Lieber wollte sich der Torwart des FC Arsenal mit seiner Person beschäftigen. "Ich spiele relativ konstant", beschrieb Lehmann seine letzten Partien und sagte im Hinblick auf sein letztes Saisonspiel: "Hoffentlich setzt sich das fort." Dann werde er erst einmal ausspannen, "vor allem mental". Und "in der nächsten Saison werde ich wieder kämpfen".

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