Raul will Rache
Spanien will Frankreichs "Rentner-Elf" knacken

Das wohl heißeste Achtelfinale der WM steigt in Hannover. Die "Jungen Wilden" der spanischen Nationalmannschaft treffen auf Frankreichs "Rentner-Elf" und wollen den Weltmeister von 1998 nach Hause schicken.

Es ist das prestigeträchtigste Achtelfinale überhaupt. Spanien trifft heute in Hannover (21 Uhr/live bei Premiere und in der ARD) auf Nachbar Frankreich. Dabei will die junge, hungrige Mannschaft der Iberer Frankreichs "Rentner-Elf" mit einem Sieg vorzeitig in Rente schicken. "Unsere junge Mannschaft wird einen WM-Titel gewinnen", prophezeit Torhüter Iker Casillas vor der Partie. Wenn nicht in diesem Jahr, so der Keeper weiter, dann bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Spanische "Stiere" selbstbewusst

Nach drei Spielen und drei Siegen in der Vorrunde und 25 Partien hintereinander ohne Niederlage strotzen die stolzen "Fußball-Torreros" vor Selbstbewusstsein. Trainer Luis Aragones: "Wenn jeder von uns alles gibt, sind wir die Besseren. Es ist meine Absicht, bis zum 10. Juli in Deutschland zu bleiben." Das ist der Tag nach dem WM-Endspiel.

Die Franzosen hingegen lieferten in der Gruppenphase ein tristes Kontrastprogramm ab, quälten sich in die Runde der letzten 16 Teams und schöpfen ihre Zuversicht notgedrungen aus der ruhmreichen Vergangenheit. Besonders angenehme Erinnerungen verbinden sich dabei mit dem EM-Endspiel 1984 in Paris. Wie am heutigen Dienstag war es der 27. Juni, als Mittelfeldstratege Michel Platini die "Equipe Tricolore" zu einem 2:0-Sieg gegen Spanien führte.

Domenech will Zidanes Karriere weiter verlängern

Für Frankreichs Coach Raymond Domenech ist es ein persönliches Anliegen, dass die einzigartige Karriere seines Superstars Zinedine Zidane nicht bereits in der WM-Arena in Hannover zu Ende geht. "Ich möchte einfach nicht, dass dies schon ´Zizous´ letztes Spiel ist, einen solchen Abschied hätte er nicht verdient", sagt der in Frankreich umstrittene Fußball-Lehrer.

Auch Zidanes Teamkollegen versprechen dem 34-Jährigen, seine Laufbahn wenigstens noch um einige Tage verlängern zu wollen. Bayern Münchens Außenverteidiger Willy Sagnol: "Immer wieder gibt es Berichte über unsere angeblich mangelhafte Fitness. Ich kann nur wiederholen, dass wir physisch gut in Schuss sind. Dass von uns spielerisch noch mehr kommen muss, darüber müssen wir nicht reden."

Gegen die ausgebufften Franzosen nur auf die Jugend zu setzen, ist Aragones allerdings dann doch zu riskant. Deshalb will der 67-Jährige das Geburtstagskind Raul, das am Dienstag 29 Jahre alt wird, als hängende Spitze wieder von Beginn an aufbieten.

Raul will Rache an Barthez nehmen

Vielleicht spekuliert Aragones dabei auch auf eine spezielle Motivation des Publikumslieblings von Real Madrid, der in der niedersächsischen Landeshauptstadt eine persönliche Rechnung mit Frankreichs Torwart Fabien Barthez begleichen könnte. Dieser hatte Raul nach dessen verschossenen Elfmeter bei der EM 2000 in Belgien äußerst unsportlich verhöhnt und verspottet.

Aragones selbst kann von Glück sagen, dass Frankreichs Torjäger Thierry Henry nach eigenem Bekunden nicht plant, eine rassistische Entgleisung des in der Franco-Ära aufgewachsenen Trainers aufzuwärmen. "Zeig dem Scheißneger, dass Du besser bist als er", hatte der Coach vor knapp zwei Jahren Henrys Klubkollegen Jose Antonio Reyes (beide Arsenal London) bei einem Trainingslager der Nationalmannschaft aufgestachelt.

© SID

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