RB Leipzig in Mönchengladbach
„Steht auf, wenn ihr Borussen seid“

Die „Bullen“ lassen den „Fohlen“ keine Chance: RB Leipzig besiegt abschlussschwache Gladbacher mit 2:1 und beendet damit zwei Serien. Doch vor allem ging es nach dem Skandal von Dortmund um die Sicherheit der Gästefans.
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MönchengladbachDas Wichtigste vorneweg: Die mitgereisten Leipziger Fans kamen unversehrt ins Stadion und feuerten dort unbeschwert ihr Team an. Das ist nur vermeintlich eine Normalität, schließlich war es für Leipzig das erste Auswärtsspiel nach den Vorkommnissen in Dortmund vor zwei Wochen, wo sie angepöbelt und handgreiflich angegangen wurden.

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl bat im Vorfeld der Partie darum, dass die Fans ihre Meinung zum RB Leipzig „mit Anstand, friedlich und sportlich fair“ zu äußern. Im strömenden Regen vor dem Spiel gab es glücklicherweise keine hitzigen Vorfälle zischen Anhängern der „Fohlen“ und der „Bullen“.

Die Gastgeber hatten sich gemeinsam mit der Polizei intensiv vorbereitet. Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers ahnte im Vorfeld, dass die Fans „ihre Meinung zum Modell RB Leipzig zum Ausdruck bringen“ würden. Doch er war optimistisch genug, dass sie dies „in einer intelligenten, kreativen und vor allem friedlichen Form tun“.

Was intelligent oder kreativ ist, mag Geschmackssache sein. Friedlich aber war die Choreografie allemal: Im Stadion zeigten die Gladbachs Fans mit zwei riesigen schwarzen Transparenten Flagge, auf denen „Traditionsverein“ und „Seit 1900“ stand. Dazu ein stiller Protest gegen das Finanzierungsmodell von RB Leipzig, der exakt bis zur Minute 19:00 andauerte.

Nach einem Countdown erhoben sich die bis dahin schweigsamen Anhänger und skandierten „Steht auf, wenn ihr Borussen seid“. Das lag vermutlich auch daran, dass sie - wie so viele - die eine richtig hässliche Aktion übersehen hatten. Einige Ultras unter den Gladbacher Fans sorgten für Unfrieden mit zwei unterschiedlichen Bannern, die in Addition ihren fiesen Sinn ergeben: "Wir verurteilen jeden geworfenen Stein" mag für sich auffällig vernünftig wirken, doch mit dem zweiten Plakat "… der Euch Kunden nicht getroffen hat" zeigte sich dann doch, welch Geistes Kind einige der sogenannten Borussen-Fans sind. Auch wenn die Plakate nur kurz zu sehen waren und den allermeisten Zuschauern entgangen sein dürften, drohen Borussia nun Ermittlungen seitens des DFB.

Die gut 1000 mitgereisten Leipziger Fans dürften diese Plakate nicht gesehen haben und gingen auch mit dem Rest souverän um. Sie ließen sich den Spaß am Feiern in ihrer Ecke des Borussiaparks nicht vermiesen. Sie hatten im Laufe der Partie auch reichlich Grund, ihren Frohsinn zu behalten: Die Leipziger besiegten Gladbach mit 2:1 durch Tore von Emil Forsberg und Timo Werner, profitierten dabei aber von müden Gladbachern, die in diesen Tagen praktisch keinen Möbelwagen treffen. Die Krönung der schlechten Chancenverwertung bildete der verschossene Elfmeter von Thorgan Hazard kurz vor der Pause.

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