Reaktionen auf WM-Wahl
Überraschung bei Zwanziger, Entsetzen in England

Überschäumender Jubel bei den Siegern in Russland und Katar, Überraschung über das Votum bei DFB-Präsident Theo Zwanziger und eine Mischung aus Ratlosigkeit und Entsetzen in England - die Entscheidung Fifa-Exekutivkomitees wurde ganz unterschiedlich aufgenommen.

HB DOHA/ZÜRICH/MOSKAU. Mit Vuvuzela-Tröten und Wimpeln haben die Einwohner des kleinen Golfstaates Katar den Zuschlag für die Fußball-WM 2022 gefeiert. "Ein Traum geht in Erfüllung", riefen die Zuschauer vor der Großleinwand im restaurierten Wafik-Basar. Junge Männer fuhren mit hupenden Autos durch die Straßen der Hauptstadt. Es ist das erste Mal, dass ein arabisches Land Gastgeber einer WM sein wird.

Katar hatte sich bemüht, das Exekutivkomitee des Weltverbands FIFA unter anderem mit ökologischen Konzepten zu überzeugen. Außerdem gibt es keinen Zweifel an der Finanzkraft des Landes, das durch Gas und Öl reich geworden ist. Was gegen Katar sprach, war vor allem die Hitze, die im Sommer in dem Golfstaat herrscht, und die Tatsache, dass es in dem kleinen Land kaum einheimische Zuschauer gibt. In Katar leben nur rund 1,6 Millionen Menschen.

"Wir betreten Neuland", gab der Präsident des Welt-Fußballverbandes (Fifa), Joseph Blatter, am Donnerstag in Zürich nach Bekanntgabe der Entscheidung zu. "Niemals zuvor hat eine Weltmeisterschaft in Russland oder Osteuropa stattgefunden. Der Nahe Osten und die Arabische Welt haben lange darauf gewartet, daher bin ich ein glücklicher Präsident, was die Entwicklung des Fußballs angeht."

Der Leiter des Bewerbungskomitees von Katar, Mohammed bin Hamad al-Thani, bedankte sich bei den Fifa-Funktionären: "Danke für ihre Unterstützung und die Expansion des Spiels. Sie werden stolz auf uns und stolz auf den Nahen Osten sein", sagte er in Zürich.

Überrascht auf die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 nach Katar reagierte Theo Zwanziger. "Die Entscheidung, die WM 2022 nach Katar zu vergeben, hat mich trotz der Diskussionen und Meldungen der vergangenen Wochen ein wenig überrascht. Ich bin mir sicher, dass die Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees alle Bedenken, die es gegen diese Wahl geben kann, bei ihrer Entscheidungsfindung bedacht haben", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Zwanziger stellte aber auch die Vorteile der Wahl heraus: "Ich bin der Meinung, dass ein friedliches Fußballfest einen Beitrag zur politischen Stabilisierung in dieser Region leisten kann. Und die Idee, die Fußballstadien nach der WM ab- und in anderen Staaten für die Entwicklung des Fußballs wieder aufzubauen, hat - bei allen Kosten - einen gewissen Charme." Katar hatte sich mit seiner Bewerbung gegen Australien, die USA, Japan und Südkorea durchgesetzt.

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