Reaktionen zur Fifa-Wahl „Der Fußball hat verloren“

Joseph Blatter bleibt trotz des Skandals im Vorfeld bis 2019 Präsident der Fifa - und zieht damit Kritik auf sich, etwa von Ex-Fußballstar Luis Figo. Zu Konsequenzen können sich andere Funktionäre aber nicht durchringen.
Kommentieren
„Blatter wie Osama bin Laden“
Spiegel Online
1 von 32

Joseph Blatter rauft sich die schüttere Stirn: Mit diesem Bild illustriert Spiegel Online die Analyse des gestrigen Tages. „Für den Fifa-Präsidenten könnte es nach den Festnahmen in Zürich und dem Boykottaufruf der Uefa tatsächlich brenzlig werden“, schreibt der Onlinedienst des Magazins. Das Warten auf seine fünfte Amtszeit habe sich Blatter wohl anders vorgestellt.

Zeit Online
2 von 32

„Läuft nicht ganz rund“: Süffisant betitelt Zeit Online einen Bericht zum Korruptionsskandal bei der Fifa. Im Artikel heißt es: „Die Fifa verdient immer mehr Geld mit jeder WM. Denn sie hat den Wettbewerb zwischen den Austragenden geschürt.“ Das lade auch zum Missbrauch ein.

Bild
3 von 32

Auf der Titelseite der Bild-Zeitung prangt in Großbuchstaben der Aufruf an Fifa-Chef Joseph Blatter: „Hau ab!“ Die Fifa liege in Trümmern, aber Blatter tue so, als sei nichts gewesen. „Treten Sie endlich zurück, Herr Blatter“, lautet die unmissverständliche Empfehlung der Zeitung.

Süddeutsche Zeitung
4 von 32

Ironisch nimmt der Onlinedienst der Süddeutschen Zeitung den Fifa-Kommunikationschef Walter de Gregorio auf die Schippe. Der Fifa-Sprecher hatte am Mittwoch über den Gemütszustand von Präsident Blatter gesagt: „Er tanzt natürlich nicht in seinem Büro.“ Der Zugriff der Justiz hätte für Blatter „nicht ungünstiger kommen können“, meint die Zeitung.

Neue Zürcher Zeitung
5 von 32

Die Neue Zürcher Zeitung schreibt am Donnerstag zur Festnahme führender Fifa-Funktionäre:„Auch wenn die Fifa versuchen wird, ihren Kongress am jüngsten Aufruhr vorbeizunavigieren, werden leere Stühle von den Festnahmen zeugen. Die Fifa wird sich um einen ruhigen Kongress bemühen und vermutlich den Präsidenten Joseph Blatter im Amt bestätigten.“ Ihre dunklen Geister werde sie aber so schnell nicht los.

Blick Online
6 von 32

„Wildwest im Nobelhotel Baur au Lac. Die Welt schaut auf die Schweiz. Und schüttelt ungläubig den Kopf“, schreibt der Online-Dienst der Schweizer Boulevardzeitung Blick. Der Weltfußballverband werde „durchgeschüttelt wie noch nie in seiner Geschichte“. Wenn die Wahl zum Präsidenten tatsächlich stattfinde, werde Blatter im Amt bestätigt. „Es gibt momentan und in dieser Krisensituation keine überzeugende Alternative“, heißt es in dem Bericht weiter.

The Guardian
7 von 32

Der britische Guardian kommentiert die Korruptionsermittlungen lakonisch: „Blatter sitzt ganz oben auf diesem dampfenden Haufen von Bestechung. Er mag äußerlich ruhig wirken, aber er ist am Ende. Entweder er geht, oder die Fifa bricht zusammen.“ Ohne grundlegende Erneuerung sei zu bezweifeln, „dass der internationale Fußball und sogar die Fußball-Weltmeisterschaft überleben werden“. 

Zürich/Moskau/New YorkNach der Wiederwahl von Joseph Blatter zum Fifa-Präsidenten hat der wichtige Sponsor Coca-Cola Aufklärung im Korruptionsskandal gefordert. Der Weltfußballverband müsse konkrete Schritte unternehmen, um die angesprochenen Probleme zu beheben, erklärte der US-Konzern am Freitag.

Die lange Auseinandersetzung beschädige die Ideale der Fußball-Weltmeisterschaft. „Wir erwarten von der Fifa, dass sie diese Probleme weiter gründlich angeht.“ Coca-Cola ist seit 1974 Fifa-Partner und sponsert seit 1978 die Fußball-WM. Der jetzige Vertrag läuft laut Fifa bis zum Jahr 2022, wenn der Wettbewerb in Katar ausgetragen wird.

Die Fußballwelt äußerte sich unterdessen zu möglichen Konsequenzen. Wolfgang Niersbach schloss einen deutschen Boykott der Fußball-WM als Reaktion auf die Wiederwahl von Fifa-Präsident Joseph Blatter aus. „Wir wissen, dass Boykott nie eine Lösung ist“, sagte der DFB-Chef am Freitag in Zürich.

Uefa-Präsident Michel Platini hatte am Vortag einen Rückzug aller europäischen Teams aus den Fifa-Wettbewerben nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sollte Blatter den Weltverband weiter führen. Auf Nachfrage, ob dies auch einen WM-Verzicht beinhalten könnte, hatte der Franzose gesagt: „Alles ist möglich.“ Ihre Strategie für den erwarteten weiteren Machtkampf mit Blatter wollen die europäischen Verbände bei einem Meeting vor dem Champions-League-Finale in Berlin in der kommenden Woche besprechen.

Als Option wurde auch ein Rückzug der Uefa-Mitglieder aus dem Fifa-Exekutivkomitee genannt. Auch hierbei dürfte es sich aber vorerst nur um eine Drohkulisse handeln. Am Samstag wird mit der Teilnahme der Europäer an der Exko-Sitzung in Zürich gerechnet. Nur der Engländer David Gill hatte schon vor der Blatter-Wahl seinen sofortigen Rückzug angekündigt und wird dem Meeting fernbleiben.

Ex-Fußballstar Figo übt harsche Kritik
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Reaktionen zur Fifa-Wahl - „Der Fußball hat verloren“

0 Kommentare zu "Reaktionen zur Fifa-Wahl: „Der Fußball hat verloren“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%