Real Madrid
Bernd Schuster in Nöten

Der Anspruch ist klar: Der deutsche Trainer soll mit den Königlichen aus der spanischen Hauptstadt die Champions League gewinnen. Doch die Rahmenbedingungen vor Saisonbeginn sind alles andere als optimal: Reals Trainer leidet vor Saisonbeginn unter dem Transfergebaren seines Klubs.

HB BERLIN. Zeit bleibt noch bis Montag, dann schließt in Spanien der Sommermarkt für Spielertransfers. Die Zeit eilt. Und so ist in den vergangenen 24 Stunden noch einmal die Hektik ausgebrochen. Santi Cazorla, Rechtsaußen des FC Villarreal, etwa hielt die Anspannung nach dem Training am Dienstag nicht mehr aus, zückte sein Telefon und wählte die Nummer von Iker Casillas. Der Nationalmannschaftskollege ist Torhüter bei Real Madrid, seit dem Morgen geisterten Gerüchte durch Spanien, der spanische Meister sei an Cazorla interessiert. Ein spanischer TV-Sender filmte die Szene, Cazorla zu Casillas: „Iker, behandele mich gut, wenn ich komme.“

Am MIttwochmorgen vermeldete Cazorlas Manager: „Santi verlängert mit Villarreal.“ Was die Verhandlungen mit Real in der Nacht platzen ließ, ist unklar. Wenige Stunden später aber meldete sich Roman Abramowitsch, Besitzer des FC Chelsea, zu Wort – und erhellte ein wenig das Ringen um die Topspieler Europas hinter den Kulissen. Chelsea würde gern Reals Robinho verpflichten, Abramowitsch bietet 32 Millionen Euro. Real Madrid ist das wiederum zu wenig, sie wollen David Villa vom FC Valencia, der spanische Nationalstürmer kostet 50 Millionen Euro. Am Mittwochmittag ließ Abramowitsch via Medien ließ er ausrichten: „Entweder Real akzeptiert unser Angebot, oder wir vergessen das Geschäft.“

Die Causa Cazorla ist nur ein Bluff gewesen, mit dem Real versucht hat, von den Versäumnissen des Sommers abzulenken. Zwei Tage sind es nur noch bis zum Start der Primera Division, Eile ist geboten. Und Bernd Schuster, Reals Trainer, will endlich wissen, mit wem er planen kann – und mit wem nicht.

Selten zuvor wurde die Ohnmacht des deutschen Übungsleiters deutlicher als beim Poker um Cazorla, Robinho und David Villa. Nicht Schuster bestimmt die Transfers, sondern Präsident Ramon Calderon. Im Trainingslager in Österreich reagierte Schuster jedoch erstmals gereizt auf die ohne ihn geführten Wechselspiele um den Portugiesen von Manchester United, Cristiano Ronaldo. „Ich bin hier immer der letzte, der von irgendetwas erfährt, was meinen Kader betrifft“, fluchte er im Juli, Calderon musste einfliegen, um die Wogen zu glätten.

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