Real Madrid droht das Chaos: Das Ende der Galaktischen

Real Madrid droht das Chaos
Das Ende der Galaktischen

Bei Real Madrid geht es seit Monaten drunter und drüber: Ein Skandal reihte sich in den vergangenen Monaten an den anderen, eine schlechte Nachricht löste die andere ab. Wie Präsident Román Calderón die Krise der „Königlichen“ nun noch verschärft hat und warum das Spiel heute Abend gegen FC Bayern so wichtig ist.

MADRID. Der Mann nimmt kein Blatt vor den Mund: „Viele der Spieler glauben, sie seien Superhelden, benehmen sich wie eitle Diven und lassen sich von Hotels und Fluggesellschaften alles bezahlen.“ Ramón Calderón, seit Mitte vergangenen Jahres Präsident des spanischen Fußballrekordmeisters Real Madrid, plaudert vor Studenten des Centro Universitario Villanueva in Madrid wie unter Freunden. Die Beine locker übereinander geschlagen, beschwert er sich über die nächtlichen Sauftouren der Spieler und dass viele von ihnen „viel zu viel Geld verdienen“. Er rauft sich dabei die schütteren, grauen Haare, ist sichtlich erzürnt.

Wenige Stunden später hat die spanische Sportpresse ihr gefundenes Fressen. Sie mag den Rechtsanwalt und Unternehmer ohnehin nicht und fordert seit langem Neuwahlen. Da kommt der verbale Rundumschlag, den ein Student des Centro Universitario Villanueva mitgeschnitten hat und der Spieler sowie Fans gleichermaßen aufbringt, gerade recht. Damit erreichte die handfeste Krise bei dem Traditionsverein Mitte Januar einen neuen Höhepunkt.

Ein Skandal reihte sich in den vergangenen Monaten an den anderen, eine schlechte Nachricht löste die andere ab. Nicht nur, dass Real Madrid 2006 zum dritten Mal in Folge keinen Titel holte, Anfang des vergangenen Jahres trat auch der ehemals gefeierte Baulöwe Florentino Pérez von seinem Präsidentenamt zurück, weil ihm die Egos der von ihm eingekauften Spieler über den Kopf wuchsen, er „die Galaktischen“ – wie er die Spieler nannte – nicht mehr im Griff hatte. Ein Übergangspräsident wurde nach wenigen Monaten wieder abgesetzt. Bei den Neuwahlen im Juli 2006 gab es Ärger wegen 10 000 Stimmen, die angeblich nicht gezählt wurden, womit die Wahl von Román Calderón nicht legal gewesen wäre. Ein Gericht entschied die Sache aber zu Gunsten des Präsidenten.

Als hätte Real Madrid nicht schon für genug Schlagzeilen gesorgt, kam auch noch die Pleite des Hauptsponsors BenQ Mobile dazu. Der Auftritt des Clubpräsidenten vor Studenten habe jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht, sagt David Allen, Sportmanagementexperte an der Madrider Businessschule Instituto de Empresa. „Ich wünschte, Calderón würde weniger reden.“

Um aus der Krise zu kommen, muss dem Verein aber vor allem eines wieder gelingen: Real Madrid muss wieder gewinnen – beim heutigen Champions-League-Spiel gegen den FC Bayern München zum Beispiel. Kommen die Spanier weiter, dann werden wohl Präsident Calderón und auch der in der Kritik stehende Trainer Fabio Capello am Ball bleiben, vermuten Experten. Der Verein hätte dann einige Monate Stabilität vor sich. Scheitert Real Madrid aber an den Bayern, dann wird wohl auch diese Saison wieder das komplette Chaos herrschen.

Seite 1:

Das Ende der Galaktischen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%