Real Madrid - VfL Wolfsburg
„Heute ist Krieg im Bernabéu-Stadion“

Beim VfL Wolfsburg herrscht angespannte Vorfreude. Der Verein kann erstmals ins Champions-League-Halbfinale einziehen. Angst vor dem Mythos Bernabéu hat angeblich niemand. Real versucht dennoch, den VfL einzuschüchtern.
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MadridBloß keinen Bammel vor dem Bernabéu! Die Taktik für die mögliche Champions-League-Sensation des VfL Wolfsburg beim Real Madrid ist für Dieter Hecking ziemlich simpel. „Gar nicht drüber sprechen”, brummte der VfL-Coach vor dem Abflug aus Braunschweig nach Madrid, wo der Vizemeister am Dienstag im Viertelfinal-Rückspiel (20.45 Uhr) Geschichte schreiben will.

Die Euphorie nach dem nicht für möglich gehaltenen 2:0 im Hinspiel ist riesig, der Glaube an eine Fortführung des größten VfL-Erfolges im Europapokal vorhanden. Das Schlimmste was Hecking nun passieren kann, ist die Angst vor der eigenen Courage aus Ehrfurcht vor dem berüchtigten Estadio Santiago Bernabéu und der hitzigen Atmosphäre.

Darum legte Hecking nach der Landung in Madrid noch einmal nach. „Man verschärft es nur noch, wenn man mehr darauf hinweist. Das interessiert mich null und es darf auch meine Spieler nicht interessieren”, meinte der VfL-Coach entschlossen und beschwor lieber die Halbfinalchance: „Wir wissen, wir können etwas Historisches schaffen. Jeder kann etwas schaffen, was in seiner Karriere vielleicht einmalig ist.”

Ob diese Zuversicht am Abend durch einen Schreckmoment im Abschlusstraining etwas gemindert wurde, blieb unklar. Ausgerechnet Abwehrchef Naldo - im Hinspiel Sieggarant - musste die Einheit im Bernabéu-Stadion abbrechen. Offiziell äußern wollte sich niemand vom Verein. Ob der gerade erst von einer Schulter-Eckgelenkssprengung genesene Abwehrspieler am Dienstag spielen kann, blieb unklar.

Ohne Naldo dürfte die Aufgabe im Bernabéu noch kniffliger werden. Sportchef Klaus Allofs, der zuvor noch vor der Atmosphäre in Madrid gewarnt hatte, betonte am Montag noch: „Wir sind keine blutigen Anfänger, dass wir da mit feuchten Händen Richtung Madrid fahren.”

Dabei taten die durch das Hinspiel gekränkten Madrilenen vor dem Showdown am Dienstag alles dafür, den Gegner einzuschüchtern. „Am Dienstag ist Krieg. Wir werden aufs Feld laufen, um Wolfsburg zu überrollen”, kündigte Reals früherer Leverkusener Dani Carvajal martialisch an und der im Hinspiel so böse enttäuschende Superstar Cristiano Ronaldo prophezeite dem Real-Anhang eine „magische Nacht”.

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„Wir werden um unser Leben rennen.”

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