Real-Star in Sex-Erpressung verwickelt
Benzema soll Freund einen „Gefallen“ getan haben

Der französische Fußball-Nationalspieler Karim Benzema steckt mitten in einem Erpressungsfall. Nun hat ihn die Polizei vernommen. Danach ist klar: Der Star von Real Madrid weiß mehr über das Vergehen als er sollte.

ParisFrankreichs Stürmer-Star Karim Benzema drohen in einer Erpressungsaffäre um ein Sex-Video schwere Strafen. Ein Untersuchungsrichter in Versailles bei Paris ordnete am Donnerstag die Eröffnung eines Anklageverfahrens gegen den 27-jährigen Torjäger an, wie die französische Justiz mitteilte. Der Anwalt Benzemas sagte, sein Mandant sei unschuldig. In Frankreich wird bei einem Anklageverfahren entschieden, ob der Beschuldigte tatsächlich auf die Anklagebank muss.

Der Stürmer des spanischen Rekordmeisters Real Madrid wird beschuldigt, bei der Erpressung von Nationalteamkollege Mathieu Valbuena mit einem Sex-Video als Komplize agiert und für die Haupttäter vermittelt zu haben. Laut einer Mitteilung de Justiz droht Benzema im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe „von mindestens fünf Jahren“.

Die Zeitung „Le Monde“ sprach von einem „Wirbelsturm“, der wenige Tage vor dem Testspiel der „Les Bleus“ gegen Deutschland am 13. November in St. Denis über den Fußball der „Grande Nation“ fegt. Nationaltrainer Didier Deschamps zog erste Konsequenzen aus dem Skandal und ließ am Donnerstag bei der Kadernominierung für die Begegnungen gegen das DFB-Team und vier Tage später gegen England Benzema und auch Valbuena – zwei Stützen des Teams – außen vor. Das Fehlen von Benzema erklärte Deschamps mit einer (in der Tat eigentlich fast überwundenen) Verletzung des Stürmers. Bei Valbuena, so der Coach des Gastgebers der nächsten Euro im Jahr 2016, sei derweil „der psychologische Zustand nicht der beste.“

Benzema war am Mittwoch in Polizeigewahrsam genommen worden. Nach stundenlanger Vernehmung durch die Polizei hatte der Stürmer danach die Nacht in einer Zelle verbringen müssen. Nach der amtlichen Beschuldigung beteuerte der Anwalt von Benzema, sei Mandant sei unschuldig. Berichte verschiedener Medien, wonach Benzema im Polizeiverhör am Mittwoch seine Verwicklung in den Fall zugegeben haben soll, wies Cormier energisch zurück. „Er hat überhaupt nichts zugegeben“, sagte Cormier vor Journalisten in Versailles.

Benzema darf Valbuena bis auf weiteres weder treffen noch sprechen. Nach einer Beschuldigung kann die Justiz dem Verdächtigen bei Fluchtgefahr den Pass abnehmen. Danach sah es im Fall von Benzema zunächst nicht aus. Der 31-jährige Valbuena war im Juni mit der Veröffentlichung eines Sex-Videos bedroht worden. Die Erpresser hatten vom ihm nach Justizangaben die Zahlung von 150.000 Euro gefordert. Ob der Profi von Olympique Lyon Geld gezahlt hat, war nicht bekannt.

Nach Berichten von Medien wie „Le Parisien“ und „Le Journal de Dimanche“, die sich auf Sprecher der Ermittlungsbehörden berufen, soll Benzema Valbuena Anfang Oktober bei einer Zusammenkunft der Nationalmannschaft auf das Sex-Video angesprochen haben. Es hieß, bei den Ermittlungen seien auch Telefongespräche abgehört worden. Die drei mutmaßlichen Haupttäter wurden bereits gefasst und sitzen seit Mitte Oktober in Untersuchungshaft. Einer von ihnen, ein 39-Jähriger, soll der „Szene der Fußball-Agenten“ angehören.

In Madrid machen sich unterdessen auch die Real-Fans große Sorgen. Die Zeitung „Marca“, so etwas wie ein Hausblatt des Vereins, titelte groß: „Alptraum in Paris“. Auch bei den Fans gingen die Emotionen hoch. „Und das so kurz vor dem Clásico gegen Barcelona (am 21. November), verkaufen wir den Mann!“, schimpfte ein älterer Real-Fan am Donnerstag vor dem TV-Bildschirm in einem Madrider Café.

Benzema, wegen einer Verletzung im linken Oberschenkel noch außer Gefecht, kommt aus den Schlagzeilen einfach nicht heraus. Erst vor wenigen Tagen war das „Enfant terrible“ des französischen Fußballs von der Polizei in Madrid bereits zum zweiten Mal am Steuer eines Sportwagens ohne Führerschein erwischt worden. Das Schnellverfahren gegen den Mann aus Lyon ist für den 23. November angesetzt. 

Anfang 2013 war Benzema zu einem 18-monatigen Führerscheinentzug verurteilt worden, nachdem er auf der Madrider Stadtautobahn mit 216 Kilometern pro Stunde in einer Zone geblitzt worden war, wo Tempo 100 erlaubt sind.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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