Relegations-Skandalspiel

Sportgericht weist Hertha-Einspruch zurück

In erster Instanz hat das DFB-Sportgericht den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegationsspiels in Düsseldorf abgewiesen. Berlin wäre damit abgestiegen - nutzt aber die Möglichkeit der Revision.
Update: 21.05.2012 - 16:35 Uhr 21 Kommentare

Hertha gibt sich nicht geschlagen

FrankfurtDer juristische Streit um das Chaosspiel zwischen Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf geht in die nächste Runde. Das DFB-Sportgericht wies den Einspruch der Berliner gegen die Wertung der Bundesliga-Relegationspartie ab, die Hertha kämpft aber weiter um eine Wiederholung. Die Berliner legten Berufung gegen das Urteil ein. Das erklärte Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt am Montag in Frankfurt/Main.

„Das ist kein Urteil, das wir akzeptieren können, was die sportinteressierte Öffentlichkeit zu akzeptieren hat. Wir gehen davon aus, dass das Verfahren diese Woche abgeschlossen wird“, sagte er. Nächsthöhere Instanz ist nun das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes. „Ich kann das Urteil nicht verstehen. Der Richter hat von einem positiv besetzten Platzsturm gesprochen. Muss es denn Verletzte geben? Die, die als erste über den Zaun geklettert sind, waren keine Kinder“, so Schickhardt weiter.

Damit ist die Aufstiegsfrage weiter nicht endgültig geklärt. Sportlich hatten sich die Rheinländer am vergangenen Dienstag erstmals seit 15 Jahren wieder den Sprung in die Bundesliga gesichert. Das Spiel (2:2) war nach Fan-Tumulten unter chaotischen Umständen zu Ende gegangen.

Das DFB-Sportgericht bezeichnete den Hertha-Einspruch allerdings als unbegründet. „Das war hier und heute und am Freitag eine schwierige Entscheidung für uns“, sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz und betonte: „Auch wenn der Einspruch keinen Erfolg hatte, sagen wir ausdrücklich, dass wir Verständnis haben, dass der Verein nach diesem Strohhalm gegriffen hat.“

Fortuna reagierte mit großer Zufriedenheit auf das Urteil. „Ich bin erleichtert und froh, dass die Spielwertung, so wie ausgetragen, bestehenbleibt“, sagte der Düsseldorfer Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth, „für mich war für das Urteil die Klarheit der Schiedsrichteraussagen entscheidend. Aus unserer Sicht ist dieses Urteil gerecht.“

Das DFB-Sportgericht hatte sich am Freitag nach mehr als sechsstündiger Beweisaufnahme vertagt. Hertha hatte nach der Partie in Düsseldorf Protest eingelegt. Gegen die Berliner Profis Lewan Kobiaschwili, Christian Lell, Thomas Kraft und Andre Mijatovic ermittelt der DFB-Kontrollausschuss. Diese Fälle werden zu einem späteren Zeitpunkt behandelt.

„Beide Mannschaften gleichzeitig beeinträchtigt“
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21 Kommentare zu "Relegations-Skandalspiel: Sportgericht weist Hertha-Einspruch zurück"

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  • Ja genau, das darf sich nicht wiederholen, aber genau das befürchte ich für die Zukunft durch dieses Urteil. Das DFB-Sportgericht hätte hier ein Zeichen setzen können, ja müssen, auch wenn es für Düsseldorf evtl. negativ gewesen wäre - aber da hätten sie sich bei Ihren sog. Fans bedanken müssen.
    Immerhin hätte auch Düsseldorf bei einer Neuansetzung die sportlich faire Chance gehabt, den fussballerisch besseren Eindruck gegenüber der Hertha (aus den beiden Relegationsspielen) zu bestätigen und alles wäre gut gewesen.

  • Da bin ich absolut Ihrer Meinung. So etwas darf sich nicht wiederholen und zum Vorbild für ein Haufen Chaoten werden.

    Fraglich bleibt aus meiner Sicht, ob man diese Partie, wie auch immer, neu ansetzen muss und somit evtl. Fortuna Düsseldorf nachträglich sportlich bestraft, denn momentan gibt es ein gültiges Spielergebnis, dass Düsseldorf zum Aufsteiger gemacht hat.
    Warten wir`s ab...

  • Eigentlich hatte ich gedacht, aufgrund meiner Kommentare könnte man meine Position ableiten. Aber gut, dann hiermit nochmals unmissverständlich: Ein gerechtes Urteil ist aus meiner Sicht nur die Neuansetzung des Spiels auf neutralem Platz (ob mit oder ohne Zuschauer, darüber lässt sich von mir aus verhandeln).
    Ich bin der Meinung, der Veranstalter einer Sportveranstaltung (in diesem Fall Düsseldorf) hat dafür zu sorgen, dass die Sportveranstaltung (in diesem Fall das Relegationsspiel) entsprechend den Regeln und Wettbewerbsvorgaben durchgeführt werden kann. Diesem Anspruch ist Düsseldorf nicht nachgekommen, ja der Veranstalter hat ob seiner Pflicht für Ordnung zu sorgen, gänzlich versagt.
    Sehen Sie es doch einmal so, wenn es künftig bei Relegationspielen zwischen den beiden betroffenen Mannschaften einen Spielstand gibt, der dazu führt dass der Aufsteiger bzw. Absteiger viell. schon in der 60 Min. feststeht (je nach Spielstand), dann müssen die Fans des im Vorteil liegenden Vereins (Aufsteiger bzw. Nichtabsteiger) nur positiv den Platz stürmen. Ist das aus Ihrer Sicht ok ? Jeder Fan und Sportbegeisterte wünscht sich eine sportliche Entscheidung und ein Fussballspiel dauert nunmal 90 Min. + Nachspielzeit. Da kann es doch nicht sein, dass Fans im freudigen Rausch ihrer Sinne bevor der Schiedsrichter das Spiel beendet den Platz stürmend einnehmen. Wo soll das bitteschön dann noch hinführen ?

  • @i2101ag Ich habe mir durchaus Gedanken zu diesem Thema gemacht. Im Gegensatz zu Habu und mir haben Sie sich bislang nicht positioniert. Was ist aus Ihrer Sicht in diesem Fall ein gerechtes Urteil? (Neuansetzung, Wertung für Hertha...)
    Mit der Unterbrechung mussten beide Teams leben und somit ist nicht nur die Hertha aus dem Rhythmus gekommen. Danach wurde das Spiel abgepfiffen.


    Ich bin übrigens weder Anhänger von D´dorf noch von Berlin.

  • Richtig, viell. hat das jetzt jeder Leser kapiert, Hertha will keine Entscheidung am grünen Tisch, nein, sie sind der Meinung das das Spiel einen irregulären Verlauf und somit Ausgang genommen hat und deswegen wollen sie ein Wiederholungsspiel - sprich sie wollen die Entscheidung sportlich auf dem grünen Rasen herbeiführen.
    Warum in Gottes Namen sollte Ihnen (oder auch jedem anderen Verein) dieses Recht abgesprochen werden ???
    Nur weil viell. einige Herrn Preetz für unfähig halten oder weil Hertha eine grottenschlechte Saison gespielt hat etc.
    Ich bin überzeugt, kein Verantwortlicher von Hertha käme auf die Idee gegen die Spielwertung zu protestieren, wenn das Spiel ganz normal und regulär verlaufen wäre. Auch die Herthaner würden sich wohl oder übel der sportlichen Entscheidung, dass sie nämoch abgestiegen sind, beugen.

  • Danke Habu89, ich sehe Sie haben verstanden warum das Urteil ein Witz ist ! Jovel allerdings sollte nochmals etwas nachdenken.
    Jovel, nochmals, es geht nicht um die im Verhältnis gesehen kurze Spielunterbrechung durch die Fans beider Lager (Bengalos auf das Spielfeld). Wenn es nur das gegeben hätte, ich denke Hertha hätte gerade auch wg. der eigenen Fans mit Sicherheit nicht protestiert. Es geht einzig um das Chaos (um es mit Ihren Worten zu nennen) das durch die platzstürmenden Fans entstanden ist - und das waren nunmal nur die Düsseldorfer. Durch diese Aktion und der damit verbundenen sehr langen Spielunterbrechung wird/wurde der Gastverein (in diesem Fall halt Hertha, hätte von mir aus auch jeder andere Verein sein können, bin kein Hertha-Fan) entscheidend benachteiligt. Das Spiel nach mehr als 20 Min. wieder anzupfeifen, nur damit der Sache (Spiel muss irgendwie zu Ende gebracht werden) gedient ist, ist meiner Meinung nach das falsche Signal. Wenn man die Argumentation des Sportgerichtes zur Kenntnis nimmt, nämlich "...hätte der Schiedsrichter das Spiel abgepfiffen und nicht wieder aufgenommen...dann hätte die Entscheidung umgekehrt fallen müssen...", dann bleibt ein mehr als fader Beigeschmack.
    Ich würde mir wünschen, das Sportgericht stärkt mit seinen Entscheidungen nicht nur ständig die Schiedsrichter und spricht von Tatsachenentscheidungen, sondern hat auch mal den Mut ggfs. einen Fehler (auch ein Schiedsrichter ist nur ein Mensch !) zu korrigieren bzw. trifft ein Urteil unter sportlichen Gesichtspunkten im Sinne des Fairplay.

  • @Habu Ich habe auch von einer Neuansetzung gesprochen! Denn das ist ja das erkärte Ziel der Hertha-Verantwortlichen.
    Selbst eine nachträgliche 2:0 Wertung für den Gegner ist doch völlig sinnfrei, wenn man in der Relegation das Hinspiel mit 3:0 gewonnen hat.
    Übrigens waren die Hertha-Fans erheblich am Chaos beteiligt!

  • @jovel: Schmarrn! Wenn man eine Neuansetzung erzwingen wollte, dann doch nur, weil die eigene Mannschaft davon profitieren könnte. In solchen Fällen würde aber das Sportgericht das Spiel für die Mannschaft der "stürmenden" Fans als verloren werten.

    Im Fall Düsseldorf war es aber so, dass es eben keine Neuansetzung gibt, obwohl die Mannschaft der "stürmenden" Fans (also Düsseldorf) profitiert hat. Streng genommen hätte man also das Spiel für Düsseldorf als verloren werten müssen.

  • Wieso ist das Urteil ein Witz?
    Die Signalwirkung wäre verherend, wenn man durch das "Stürmen" des Spielfelds eine Neuansetzung erzwingen könnte.
    Man denke an K.O.-Spiele wie z.B. DFB-Pokal 1. Hauptrunde.
    Gerade für "Fans" in unterklassigen Vereinen wären die sich ergebenden "Möglichkeiten" ernorm....

  • Neuerdings sagt der Hoeneß zur Schickeria: Ihr Deppen, warum seid Ihr nicht mal positiv auf den Platz gestürmt und hättet den Cech bzw. Drogba mal freudig umarmt? Ihr seits noch schlimmer als unsere Elferverweigerer und -versager.

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