Relegationsspiel

Fortunas Elfmeterpunkt-Dieb gibt sich reuig

Ein Düsseldorf-Fan war vor Abpfiff des Relegationsspiel gegen Berlin auf den Platz gerannt und hatte den Elfmeterpunkt ausgegraben. Jetzt hat sich der Mann offiziell entschuldigt. Eine Strafe droht ihm trotzdem.
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Der Fan, der beim Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Berlin den Elfmeterpunkt ausgegraben hat, hat sich offiziell entschuldigt. Quelle: dpa

Der Fan, der beim Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Berlin den Elfmeterpunkt ausgegraben hat, hat sich offiziell entschuldigt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Mann, der bei dem chaotischen Fußballspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC noch vor dem Abpfiff den Elfmeterpunkt ausgegraben hatte, hat sich öffentlich entschuldigt. „Ich möchte nicht, dass Fortuna wegen eines Missverständnisses bestraft wird“, sagte der 35-Jährige der Tageszeitung „Express“. Er entschuldige sich bei der Düsseldorfer Mannschaft und Trainer Norbert Meier. Inzwischen prüft die Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungen gegen den Fan.

Er sei in der Annahme auf den Platz gestürmt, dass das Spiel beendet und die Fortuna aufgestiegen sei, so der Mann. „Es ertönte ein Pfiff und die Ordner gingen zur Seite. Wir sind freudestrahlend auf den Platz gelaufen. Ich habe erst, als ich vom Rasen runter bin, gemerkt, dass das Spiel noch nicht beendet ist. Ich war total perplex. Ich würde doch nie etwas tun, was Fortuna schadet“, sagte der Fan des Düsseldorfer Clubs.

Wenn ein Fußballspiel eskaliert
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Fortuna Düsseldorf vs. Hertha BSC Berlin 2:2 (Relegation 1. Bundesliga)

Szenen eines Relegationsspiels: Sowohl Berliner als auch Düsseldorfer Fans fackelten am Dienstag Bengalos im Stadion ab. Der Schiedsrichter musste das Spiel wegen der Berliner Fans unterbrechen, die nach dem zwischenzeitlichen 2:1 für die Fortuna Feuerwerkskörper auf das Spielfeld warfen.

German riot police officers arrest fan during Bundesliga soccer division relegation match between Fortuna Duesseldorf and Hertha Berlin in Duesseldorf
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90 Sekunden vor Abpfiff stürmten dann Fortuna-Fans vorzeitig auf das Spielfeld. Die Polizei hatte mit der Räumung des Rasens alle Hände voll zu tun. Schiedsrichter Wolfgang Stark musste die Partie für 20 Minuten unterbrechen, bis der Rasen wieder frei war.

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Nicht nur bei den Spielern sorgten die Feuerwerkskörper für Ärger. Auch andere Fans buhten die Aktionen ihrer vermeintlichen Genossen aus. In dieser Saison waren solche Bilder nicht die Ausnahme. Auch in anderen Stadien gab es Randale.

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Karlsruher SC vs. SSV Jahn Regensburg 2:2 (Relegation 2. Bundesliga)

Auch beim Spiel um den Aufstieg in die zweite Bundesliga mussten Polizei und Ordner eingreifen. Im Wildparkstadion sprangen nach Abpfiff vereinzelt Karlsruher Fans über die Banden und versuchten, das Spielfeld zu stürmen. Sie konnten aber noch von den Ordner aufgehalten werden.

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Allerdings kamen die Ordner nur im Stadion gegen die aufgebrachten Anhänger an: 150 Fans gelangten nach Abpfiff in den Sicherheitsbereich, zündeten Feuerkörper und warfen Flaschen. 75 Menschen wurden verletzt, darunter auch acht Polizisten.

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Die Fans des Karlsruher SC versuchten sogar, die Geschäftsstelle zu stürmen. In der dritten Liga sollen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft werden.

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1. FC Köln vs. Bayern München 1:4 (34. Spieltag)

Randale auch am 34. Spieltag in Köln: Als der Abstieg klar war, rasteten hunderte Fans des 1. FC Köln aus und zündeten im Rhein-Energie-Stadion Bengalos und Feuerwerkskörper.

Er war mit dem Stück Rasen im Arm in Nahaufnahme im Fernsehen gezeigt worden und im Internet sehr schnell „berühmt“ geworden. Danach ergoss sich im Netz jede Menge Spott über den Fan. „Ich komme damit klar, ich bin ein lustiger Kerl“, sagte der 35-Jährige der Zeitung. „Wichtig ist mir nur, dass Fortuna keinen Schaden nimmt.“

Normalerweise müsste der Mann nicht mit einer Strafe rechnen, denn der Rasenbesitzer hat den Diebstahl nicht angezeigt. Inzwischen würden aber Rasenstücke aus dem Stadion im Internet für über 50 Euro gehandelt, sagte der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Ralf Herrenbrück. Damit ist der Diebstahl möglicherweise nicht mehr geringwertig, sondern ein Offizialdelikt und die Polizei müsste auch ohne Strafanzeige ermitteln.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Relegationsspiel: Fortunas Elfmeterpunkt-Dieb gibt sich reuig"

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  • haben die Beamten sonst nix zu tun, es gibt in Deutschland größere Probleme...

  • Jetzt lasst doch den armen Kerl in Ruhe.
    Wir haben uns alle amüsiert - und so wie es aussieht, was es von Seiten der Fans wohl wirklich ein Missverständnis.
    Und dieses Missverständnis muss sich wohl wirklich der Verein wegen seiner unfähigen Ordner an s Bein binden.

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