Remis in Bochum
Mönchengladbach erkämpft sich den Last-Minute-Klassenerhalt

Lucien Favre und Borussia Mönchengladbach haben das kleine Fußballwunder Klassenerhalt im Nachsitzen doch noch erreicht. Nur einen Wunsch bekamen die Gladbacher Fans nicht erfüllt
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BochumNein, diesen einen Wunsch wollte Dante den Mönchengladbacher Fans nicht direkt erfüllen. „Wir woll’n die Haare sehen“, skandierten die euphorisierten Anhänger nach dem 1:1 beim VfL Bochum und dem zum letztmöglichen Zeitpunkt gesicherten Klassenerhalt. Dabei hatte der lockenköpfige Innenverteidiger doch angekündigt seine Haarpracht in diesem Falle zu opfern - und sogar ein Langhaarschneider stand schon bereit. Doch der Brasilianer ließ sich nicht vor dem Block „scheren“, sondern erst in der Kabine. „Er sieht hübscher aus jetzt“, urteilte Trainer Lucien Favre stilsicher. Der verzögerte Kahlschlag sollte das einzige Manko an einem Gladbacher Jubelabend bleiben. 

„Retter“ Favre, der das ehemalige Schlusslicht aus Mönchengladbach erst Mitte Februar übernahm, freute sich natürlich dennoch und wusste auch warum: „In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Druck gemacht und uns den Ausgleich erarbeitet. Wir haben es verdient, durch zu sein, weil wir immer versucht haben, Fußball zu spielen. 

„Unglaublich großes Kompliment. Was wir geleistet haben, verdient höchste Anerkennung, wir waren über 180 Minuten gleichwertig. Dass es am Ende nicht gereicht hat, ist unglücklich für uns“, zeigte sich sein Bochumer Kollege Friedhelm Funkel dagegen verständlicherweise enttäuscht. 

Vor Anpfiff konnte man wahrlich nicht behaupten, dass der Gastgeber für das Relegations-Rückspiel nicht alles versuchte, um sich den Aufstieg doch noch in letzter Minute zu sichern: Artikel im Stadionheft blickten auf die drei erfolgreichen Relegationen von 1965, 1971 und 1990 zurück, vor dem Anpfiff ließ sich VfL-Legende Uwe Leifeld als Siegtorschütze des letzten der drei Aufstiege im Nachsitzen noch einmal feiern – samt des entscheidenden Treffers auf der Anzeigetafel. Und sogar die Kinder, die bei den zehn Heimsiegen der Bochumer in dieser Saison als Glücksbringer agierten, durften noch einmal gemeinsam antreten. 

Derartig motiviert begann der VfL stürmisch. Bereits in der dritten Minute köpfte Innenverteidiger Marcel Maltritz eine Ecke an die Latte des Gladbacher Gehäuses - eine Analogie zum Hinspiel: Vor knapp einer Woche war es Nebenmann Yahia, der in der Anfangsphase des Hinspiels ebenfalls per Kopf am Aluminium scheiterte. 

Im restlos ausverkauften Bochumer Stadion entwickelte sich in der Folge eine intensive Partie, in der die Gäste aus Mönchengladbach versuchten, die aggressiven Bochumer durch den von Neu-Trainer Lucien Favre eingeführten, langsam-durchdachten Spielaufbau in Schach zu halten.

Eine Taktik, die zunächst einmal aufging. Einzig ein Freistoß von Mimoun Azaouagh, der aus aussichtsreicher Position einen knappen Meter über das Tor ging (19.), sorgte in den ersten 20 Minuten nach der Schrecksekunde in der Anfangsphase für ein wenig Gefahr. 
 

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