Respekt ja - Angst nein
Schweden zuversichtlich vor Partie gegen DFB-Elf

Vor der Partie gegen Deutschland zeigen sich die Schweden voller Vorfreude: "Es ist perfekt, auf Deutschland zu treffen", sagte Keeper Andreas Isaksson. Coach Lars Lagerbäck lobte die Deutschen als "wirklich gutes Team".

Vor der Begegnung mit der deutschen Mannschaft im Achtelfinale zeigen sich die Schweden unbeeindruckt von den Leistungen der DFB-Elf. Auch Sven-Göran Eriksson meldete sich nach dem 2.2 (1:0) der von ihm trainierten englischen Nationalmannschaft gegen die "Tre Kronor" zu Wort: "Haut die Deutschen raus, dann sehen wir uns vielleicht im Endspiel wieder", gab Eriksson seinem Landsmann Lars Lagerbäck mit auf den Weg und drückt nun seinem Heimatland die Daumen: "Ich glaube, Schweden hat gute Chancen."

Der Aufmunterung durch den Wahl-Engländer hätte es gar nicht bedurft. Nach dem starken Vorrundenfinale gegen David Beckham und Co. ist das Selbstbewusstsein der seit zwölf Spielen ungeschlagenen Skandinavier vor dem Duell mit Deutschland am kommenden Samstag in München ohnehin groß. "Es wird ein fantastisches Spiel. Es wird das Allergrößte sein, wenn wir in München die Deutschen raushauen", tönte Angreifer Mattias Jonson und begründete seine Zuversicht mit der bislang besten WM-Leistung gegen England, "eine der besten Mannschaften des Turniers". Torwart Andreas Isaksson war die Vorfreude ebenfalls deutlich anzumerken. "Es ist perfekt, auf Deutschland zu treffen", sagte der Frankreich-Legionär und antwortete auf die Frage nach dem bislang besten WM-Torschützen nur mit einer provokanten Gegenfrage: "Miroslav Klose, wer ist das?"

"Wir werden sie schlagen"

Auch Stürmerstar Henrik Larsson ist vor dem vierten WM-Duell mit Deutschland nicht bange. "Sie sind der Gastgeber, sie haben Riesendruck, gewinnen zu müssen. Sie sind der Favorit, das kommt uns entgegen", sagte der 34-Jährige vom Champions-League-Sieger FC Barcelona, der mit seinem Ausgleichstor in der Schlussminute Fußball-Geschichte schrieb. Zwölf Jahre nach seinem ersten WM-Treffer 1994 beim 4:0 gegen Bulgarien im Spiel um Platz drei erzielte "Henke" sein fünftes WM-Tor. Über diesen langen Zeitraum hinweg hatten zuvor nur Uwe Seeler, Pele, Diego Maradona, der Däne Michael Laudrup und der Saudi Sami Al-Jaber getroffen.

Dass die Skandinavier ausgerechnet am Mittsommertag, dem zweithöchsten schwedischen Feiertag, erstmals seit zwölf Jahren wieder unter die letzten Acht der WM einziehen, glaubt auch Lennart Johansson. "Der Stil der Deutschen wird uns entgegenkommen - genauso wie der englische", meinte der Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa): "Die Deutschen sind gut, aber nicht mehr so gut wie früher. Wir werden sie schlagen."

Die heimische Presse stimmte schon den "Krieg der Worte" an, wie es das Boulevardblatt Aftonbladet formulierte. "Deutschland bläst zur Elchjagd", titelte die Gazette, redete aber gleichzeitig das eigene Team stark: "Schweden hat Moral, Muskeln und Hirn genug, um besser als Deutschland zu sein." Und Expressen schrieb: "Die eingebildeten Deutschen spielen gegen eine schwedische Mannschaft, die alles zu gewinnen hat. Es kann ein schwedischer Klassiker und ein deutscher Albtraum werden." Mut machte den 7 000 schwedischen Fans unter den 45 000 Zuschauern in Köln und den Landsleuten daheim vor den Fernseher vor allem die zweite Halbzeit gegen England. Nach dem 0:1 durch ein Traumtor von Joe Cole (34.) drehten die Tre Kronor nach der Pause richtig auf und sorgten vor allem mit Freistößen und Ecken immer wieder für Gefahr.

Lagerbäck hofft auf "magisches Dreieck"

Nach dem Ausgleich durch den früheren Rostocker Marcus Allbäck mit dem 2000. Tor der WM-Geschichte (51.) waren sie bei Lattentreffern von Larsson und Olof Mellberg dem Sieg und damit einem Achtelfinale gegen Ecuador sehr nahe. Nach dem erneuten Rückstand durch den eingewechselten Steven Gerrard (85.) bewies das Lagerbäck-Team erneut große Moral und kam durch Larsson noch zum allerdings bedeutungslosen Punktgewinn (90.).

Gegen den WM-Gastgeber hofft Lagerbäck auch wieder auf das komplette "magische Dreieck". Zlatan Ibrahimovic, der gegen England wegen Adduktorenproblemen geschont wurde, soll in München zusammen mit Larsson und Fredrik Ljungberg die deutsche Abwehr in Verlegenheit bringen - die vermeintliche Schwachstelle des dreimaligen Weltmeisters. "Deutschland spielt sehr gut in der Offensive, hat aber Abwehrprobleme", meinte Torhüter Isaksson.

Lagerbäck lobte derweil die Deutschen als "wirklich gute Mannschaft" mit einer "sehr soliden Abwehr" und einem "sehr guten Angriff". Nach den beeindruckend effektiven Standardsituationen gegen England mit zwei Toren und zwei Lattentreffern nach Ecken und Freistößen kündigte der Coach Ähnliches gegen den Gastgeber an: "Wir haben das sehr intensiv geübt. Ob wir noch ein paar Varianten für Deutschland haben? Es sind ja noch ein paar Tage, wartet´s ab."

© SID

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