Rheinenergie-Stadion
Kölner Stadion heißt WM-Fans willkommen

In Köln hat man sich gut vorbereitet auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Am 31. März 2004 wurde das funkelnagelneue "Rheinenergie-Stadion", benannt nach seinem Sponsor, dem Kölner Energieversorgungsunternehmen, würdig eröffnet.

HB KÖLN. Das sollte Köln nicht noch einmal passieren: Zur Fußball-WM im Jahr 1974 - der ersten auf deutschem Rasen - mussten die heimischen Fans zum Spiel der deutschen Nationalelf gegen Jugoslawien ins benachbarte Düsseldorf reisen. Weil man sich über den Kostenrahmen nicht einigen konnte, war es der Domstadt nicht geglückt, das in die Jahre gekommene Müngersdorfer Stadion pünktlich zur WM um- und auszubauen.

Jahre später hatte man dazugelernt: Rechtzeitig zu Beginn der Bundesliga-Winterpause 2001/2002 startete der Umbau der einst als "Mutter aller Stadien" gefeierten Sportstätte. Zwei Jahre lang kreisten die Abrissbirnen, rollten die Bagger und drehten sich die Kräne. Am 31. März 2004 konnte das funkelnagelneue "Rheinenergie-Stadion", benannt nach seinem Sponsor, dem Kölner Energieversorgungsunternehmen, würdig eröffnet werden: Mit einem Länderspiel Deutschland gegen Belgien, das vom Gastgeber standesgemäß mit 3:0 gewonnen wurde. Rund 110 Mill. Euro verschlang das Vorhaben, 25 Mill. Euro steuerte die Stadt bei, den großen Rest finanzierte die Kölner Sportstätten GmbH als Eigentümerin und Betreiberin über Kredite.

Dies wird der städtischen Tochter in Zukunft indes deutlich schwerer fallen: Schließlich steht der noch erstklassige Traditionsverein 1. FC Köln - trotz Stürmerstar Lukas Podolsky - derzeit wieder auf einem Abstiegsplatz: In der nächsten Saison wird er wohl in der zweiten Bundesliga kicken.

Nicht nur den Fans verhagelt das die Stimmung beim Kölsch im "Geißbock-Heim". Auch Hans Rütten, Geschäftsführer der Sportstätten GmbH, sieht die sportliche Krise mit Sorgen: "Der Abstieg in die zweite Liga heißt, dass unsere Pachteinnahmen von sechs Millionen auf 4,2 Mill. Euro sinken werden." Die Lücke von 2,8 Mill. Euro lasse sich durch das Konzert- und Eventgeschäft nicht auffangen. Im Gegenteil werde dies durch die Gepflogenheiten der zweiten Liga noch erschwert, da deren Spielplan neben Samstags- und Sonntagsspielen auch Spiele am Freitagabend und am Montag vorsieht. Eine mittlere Katastrophe im Vermietungsgeschäft: "Firmenveranstaltungen für 300 Personen am Freitagabend können wir dann nur noch unter Vorbehalt annehmen", schildert Rütten das Dilemma. Derzeit sind die aufteilbaren Eventflächen von insgesamt 3 500 Quadratmetern immerhin 300- bis 400-mal im Jahr vermietet. Auch gastieren in diesem Sommer mit den Rolling Stones und Robbie Williams zwei internationale Popgrößen im Oval mit den markanten Lichttürmen, außerdem treffen sich im Juli Rythm & Blues-Fans zu einem zweitägigen Festival. 50 Logen und 1 800 so genannte Business-Seats sind ganzjährig an Kölner Wirtschaftsgrößen vermietet, darunter Rewe, Kaufhof, Gerling, die Stadt- und die Kreissparkasse Köln, außerdem zahlt Sponsor Rheinenergie bis 2012 jährlich 2,5 Mill. Euro für die Namensrechte. Alles in allem indes nicht genug, um den Pachtausfall von 2,8 Mill. Euro zu kompensieren: "Als alleiniger Gesellschafter muss dann die Stadt einspringen", sagt Rütten. Am vergangenen Samstag konnte der FC in Schalke punkten. Am Tabellenplatz ändert das nichts, die Kölner hoffen trotzdem weiter. wik

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