Rheinisches Derby
Ein beinahe friedliches Null zu Null zwischen Köln und Gladbach

Viel Aufregung vor dem Anpfiff, aber viel Leerlauf auf dem grünen Rasen: Das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach bot Emotionen, aber keine Tore. Für den großen Aufreger sorgte ein Nationalspieler.
  • 0

KölnHennes VIII muss sich vorgekommen sein wie Bo. Denn wie der Hund von US-Präsident Barack Obama genoss Kölns Maskottchen bei diesem „Hochrisikospiel“ Personenschutz. Besondere Bewachung unter der Woche im Zoo, per Bodyguard zur Junkersdorfer Straße und um 17.11 Uhr ab auf den Rasen.

Genützt hat der blökende Glücksbringer nur bedingt. Immerhin haben „seine“ Kölner bei dem mäßig schön anzuschauenden 0:0 nicht verloren - anders als in den vier vorherigen Spielen, die die Borussen mit einem Torverhältnis von 15:1 gewannen. Das Glück, so unbeschadet wie Hennes VIII. ins Stadion zu kommen, hatten nicht alle Fans: Prügeleien der Ultras überschatteten das Derby und jagten so manchem Zuschauer Angst ein. Die Hundertschaften der Polizei hatten reichlich zu tun, bekamen die Lage aber in den Griff, sie nahmen etwa 60 Personen in Gewahrsam, ein Polizist wurde bei den Aktionen leicht verletzt. Im Stadion sorgten die 50.000 Anhänger dann für eine phantastische Atmosphäre - selbst auf das obligatorische Verbrennen von gegnerischen Fanschals wurde verzichtet.


Doch auch die Spieler brannten vor allem in der ersten Halbzeit kein Feuerwerk ab. Immerhin hatte Tony Jantschke nach acht Minuten die erste Torchance, bezeichnenderweise nach eine Ecke. Doch sein Kopfball landete genau in den Armen von Kölns Keeper Timo Horn. Die Gäste spielten den gepflegteren Fußball und zeigten, dass sie die balltechnisch gewandtere Truppe sind. Effektiv war der Ballbesitzfußball aber nicht. Nach einer Viertelstunde war es ein langweiliger Kick, den keines der beiden Teams scheinbar wirklich gewinnen wollte.

Mitten im Schlafwagenfußball packte der FC dann urplötzlich einen blitzsauberen Angriff aus: Per Flachpass schickte Marcel Risse seinen Flügelmann Pawel Olkowski durch die Nahtstelle der Viererkette auf die Reise, doch der Pole scheiterte aus guter Position an Gladbachs Torwart Yann Sommer.

Danach verflachte die Partie sofort wieder. Die Gäste bekamen zu spüren, warum der FC als einziger Profiverein Deutschlands noch ohne Gegentor ist. Die Borussen bissen sich an den zwei Viererketten der Gastgeber die Zähne aus, versuchten es aber auch irritierend häufig mit langen Bällen. Köln dagegen agierte konzentriert, mit einer riesigen Geduld und wartete auf den einen Pass zum Lucky Punch. Doch der kam bis zum Pausenpfiff nicht. Und genauso wenig schafften es die Gladbacher, eine Torchance herauszuspielen.

Nach der Halbzeit ging es dafür sofort zur Sache: Kölns Linksverteidiger Jonas Hector misslang der Spielaufbau, so war sein Gegenspieler André Hahn rechts frei und konnte ungestört Flanken. Den Kopfball setzte Max Kruse knapp neben das Tor. Da wäre die Zu-Null-Serie der Kölner beinahe beendet worden. Es sollte die beste Chance der Gäste im ganzen Spiel bleiben.

Seite 1:

Ein beinahe friedliches Null zu Null zwischen Köln und Gladbach

Seite 2:

Hitzige 73. Minute geht für Kramer glimpflich aus

Kommentare zu " Rheinisches Derby: Ein beinahe friedliches Null zu Null zwischen Köln und Gladbach"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%