Ronaldinho hebt sich Treffer für Finale auf
Superstars wollen noch „viel mehr zeigen“

Nachdem die zahlreichen Weltstars der Weltmeisterschaft aufgrund durchschnittlicher Leistungen eher unauffällig agierten, soll ab dem Viertelfinale die große Stunde von Zidane, Ronaldinho und Co. schlagen.

Die Weltmeisterschaft in Deutschland geht in ihre entscheidende Phase. Spätestens ab dem Viertelfinale beginnt auch für die Superstars das große Nervenkitzeln. Ob Ronaldinho, Ronaldo, Adriano, Zinedine Zidane, Andrej Schewtschenko, Francesco Totti, David Beckham, Wayne Rooney, Hernan Crespo, Juan Riquelme oder Luis Figo - in der Runde der letzten Acht wollen die Weltstars der Weltmeisterschaft ihren Stempel aufdrücken. Der Tscheche Pavel Nedved, der Spanier Raul, der Niederländer Ruud van Nistelrooy oder Didier Drogba von der Elfenbeinküste sind schon wieder zu Hause, doch das Gros der Asse ist immer noch "zu Gast bei Freunden".

Drogba, Raul, Ibrahimovic und Essien bereits ausgeschieden

Wenn sich ab Freitag der Vorhang zum Viertelfinale hebt, betreten fast all die Spieler die Bühne, die die Experten vor dem Turnier als potenzielle WM-Stars auf ihren Listen hatten. Von den 30 Spielern aus der Vorauswahl zum Weltfußballer 2005 starteten 27 in das Turnier in Deutschland, nur Drogba, Raul, der Schwede Zlatan Ibrahimovic und der Ghanaer Michael Essien sind aus diesem Kreis bereits ausgeschieden.

Miroslav Klose und Michael Ballack treffen mit Deutschland am Freitag auf Argentinien mit Hernan Crespo oder Juan Riquelme. Francesco Totti mit Italien auf Andrej Schewtschenko und die Ukraine. David Beckham und Wayne Rooney mit England auf Portugal um Luis Figo und Cristiano Ronaldo. Und zum krönenden Abschluss trifft am Samstag in Frankfurt/Main das Star-Ensemble von Titelverteidiger Brasilien um Ronaldinho, Ronaldo und Adriano in einer Neuauflage des WM-Finales von 1998 auf die Franzosen um Thierry Henry, Patrick Vieira und den scheidenden Superstar Zinedine Zidane.

"Unser Abenteuer geht weiter"

Der dreimalige Weltfußballer ist durch seinen Treffer zum 3:1 im Achtelfinale gegen Spanien endgültig im Turnier angekommen und möchte seine Karriere nun noch so lange wie möglich fortsetzen: "Unser Abenteuer geht weiter." Sein Nationaltrainer Raymond Domenech stellte nach der Partie zufrieden fest, "dass die Fans von ihm immer noch etwas Besonderes erwarten können".

Da solche Stars es sind, die in entscheidenden Momenten oft den Ausschlag geben, werden sie von ihren Trainern meist in Watte gepackt. Umso überraschender wirkte nach dem 3:0-Erfolg der Brasilianer gegen Ghana der Vorstoß von Trainer Carlos Alberto Parreira, der den bisher enttäuschenden Weltfußballer Ronaldinho heftig kritisierte.

"Anders als wir es von ihm in Barcelona gewohnt sind, spielt er hier nur auf einem durchschnittlichen Niveau", sagte der Coach: "Er muss sich in diesem Turnier noch um einige Stufen steigern." Der derzeit beste Fußballer der Welt wirkt müde und ein wenig überspielt, fiel nach dem gewonnenen Champions-League-Finale mit dem FC Barcelona gegen den FC Arsenal (2:1) offenbar in ein kleines Loch.

Ronaldinho hebt sich Treffer für Finale auf

"Ich kann noch viel mehr und bin mir bewusst, dass ich viel mehr zeigen muss", gab der Spielmacher zu und versprach: "Ich habe mir mein Tor für das Finale aufgehoben." Seit genau einem Jahr, nämlich seit dem 4:1-Sieg im Finale des Konföderationen-Cup gegen Argentinien am 29. Juni 2005, wartet Ronaldinho schon auf ein Treffer im Nationaltrikot.

Kritisiert wurde zu Beginn des Turniers auch sein übergewichtiger Teamkollege Ronaldo, doch der schrieb als neuer WM-Rekord-Torjäger mit 15 Toren längst positive Schlagzeilen. Figo führte seine durchschnittlich auftretenden Portugiesen fast im Alleingang zu vier Siegen, indem er an fast allen entscheidenden Situationen beteiligt war.

Eriksson ignoriert Beckham-Kritiker

Andere zeigten im Achtelfinale, dass sie den Unterschied ausmachen können. Totti übernahm in der fünften Minute der Nachspielzeit des Achtelfinals gegen Australien die Verantwortung und verwandelte einen Strafstoß zum einzigen Tor des Tages. Auch Beckham war beim 1:0 der wankenden Engländer gegen Ecuador per Freistoß der Schütze des "goldenen" Treffers. "Auf Kritiker von Beckham reagiere ich schon gar nicht mehr. Bei Standard-Situationen ist er der beste Spieler der Welt", sagte sein Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson bestimmt.

Ob sie glänzen oder nicht, in entscheidenden Momenten sind die roßen Stars gefragt. So wird der Superstar der WM erst nach dem Finale am 9. Juli feststehen. Es gibt noch 182 Kandidaten. Und am Ende wird es wohl doch wieder einer der "üblichen Verdächtigen".

© SID

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