Ronaldo sorgt im Vorfeld für Ärger
Brasilien: An der Seleçao führt kein Weg vorbei

Die brasilianische Nationalmannschaft tritt beim Confederations Cup fast in Bestbesetzung an und ist Turnierfavorit.

BERLIN. Eigentlich hatte Trainer Carlos Alberto Parreira den "wichtigsten Job Brasiliens" für immer an den Nagel gehängt. Lange sträubte er sich, den Posten des Nationaltrainers ein drittes Mal zu übernehmen. Zu viel Stress sei es, seinen über den ganzen Globus verstreuten Superstars ständig hinterherzureisen. "Aber meine Freunde haben mich dann doch überredet", sagt Parreira. Der Mann, der sich vom einfachen Lehrer für Leibesübungen zum Nationaltrainer hochgearbeitet hat, soll die Brasilianer bei der WM 2006 in Deutschland zur Titelverteidigung führen. Mehr als 80 Prozent der Brasilianer glauben, dass ihre Auswahl, die Seleçao, dann zum sechsten Mal Weltmeister wird. So optimistisch waren die Fans am Zuckerhut noch nie.

Für das Projekt Titelverteidigung verfügt Parreira über ein Arsenal von Weltklassefußballern, von dem jeder andere Nationaltrainer nur träumen kann. Mehr als 60 Spieler hat der 62-Jährige seit Beginn seiner Amtszeit vor zweieinhalb Jahren in das Team mit den kanariengelben Trikots berufen. Das sind mehr als fünf Mannschaften, allesamt auf Weltklasseniveau.

Ende Mai hat sich Parreira auf 23 Profis festgelegt, mit denen er beim Konföderationen-Cup in Deutschland antreten will. Alles, was Rang und Namen hat, steht in Deutschland auf dem Platz. Neben den Italienlegionären Emerson von Juventus Turin, Kaká vom AC Mailand und Adriano vom Lokalrivalen Inter hat Parreira mit Lúcio, Zé Roberto (Bayern München), Roque Júnior, Juan (Leverkusen) und Gilberto (Hertha) fünf Bundesligaprofis nominiert. Selbst Ronaldinho, seines Zeichens Weltfußballer des Jahres 2004, der nun doch nicht mit seinem Verein, dem FC Barcelona, auf Werbetour durch Asien tingeln darf, ist mit von der Partie.

Um dessen Sturmpartner Ronaldo, Weltfußballer des Jahres 2002, herrschte dagegen lange Verwirrung. Zunächst hatte Parreira auf eine Teilnahme Ronaldos bestanden: "Ronaldo ist einer der besten Stürmer der Welt, ich habe nie daran gedacht, ihn aus der Mannschaft zu nehmen. Er ist zu wichtig für uns", hatte der Trainer gesagt. Doch Ronaldo beharrte nach der verkorksten Saison mit Real Madrid und wegen privater Probleme auf einer Pause. Parreira gab am Dienstag schließlich nach und strich Ronaldo aber gleich auch aus dem Kader für die nächsten beiden WM-Qualifikationsspiele.

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