Ronaldo verlängert bei Real Endstufe erreicht

Cristiano Ronaldo bleibt bis 2021 bei Real Madrid. Der Europameister erhält pro Jahr mutmaßlich 25 Millionen Euro – ein Rentenvertrag soll es aber noch nicht sein. Mehr Geld wird er dennoch nie mehr bekommen.
Cristiano Ronaldo trägt jetzt Brille, ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht. Quelle: AFP
Vertrag – für immer?

Cristiano Ronaldo trägt jetzt Brille, ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht.

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Madrid, DüsseldorfDer dreimalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat mit Champions-League-Sieger Real Madrid eine Verlängerung seines Arbeitsvertrags bis zum 30. Juni 2021 unterzeichnet. „Ich will mit diesem Trikot weiter Geschichte schreiben“, sagte der 31 Jahre alte Portugiese bei der Unterzeichnungszeremonie am Montag in Madrid.

Anlässlich der Verlängerung, die bereits am Sonntag bekannt wurde, bekam der Stürmer von Klub-Boss Florentino Pérez ein Trikot mit der Rückennummer „2021“ und eine Trophäe überreicht. Real sei der beste Club der Welt, meinte der Europameister von 2016, der sich mit Brille präsentierte. Pérez bezeichnete den Profi als „Ikone“ und als „Legende“ des Clubs.

Die vorzeitige Verlängerung um drei Jahre wird nach Medienberichten mit einer „deutlichen Verbesserung“ des Gehalts des Topverdieners von Real einhergehen. Zurzeit bekomme Ronaldo noch ein Netto-Jahresgehalt von 20,5 Millionen Euro, heißt es. Im Raum stehen etwa 25 Millionen Euro, bestätigt ist aber nichts. Damit, so berechnet die „Welt“, hat der Europameister in nur elf Minuten das deutsche Durchschnittseinkommen verdient. Und dennoch verdient Cristiano Ronaldo damit immer noch rund zehn Millionen Euro weniger im Jahr als sein großer Rivale Lionel Messi.

Der Star des FC Barcelona verdient, je nach Quelle, zwischen 36 und 48 Millionen Euro im Jahr. 2018 läuft Messis aktueller Vertrag bei den Katalanen aus – dann ist der Argentinier, genau wie nun Ronaldo, 31 Jahre alt. Und kann angesichts seiner Leistungen noch einmal eine satte Gehaltserhöhung erwarten.

Ronaldo selbst sprach im Rahmen der Verlängerung bis 2021 von seinem vorletzten Vertrag. „Zehn Jahre“, habe er noch – eine sehr optimistische Schätzung in einem Geschäft, in dem Spieler jenseits der 35 meist aus Leistungsgründen nur noch in die USA und die arabischen Emirate wechseln. Am Ende der Kontraktlaufzeit wird der mehrmalige Weltfußballer 36 Jahre alt sein, sein anschließender Rentenvertrag wird keine Gehaltserhöhung mehr beinhalten, dafür Anschlussoptionen etwa im sportlichen Management. Das muss nicht zwangsläufig Real sein, obwohl der Portugiese hier in jeder Hinsicht sein Glück gefunden hat. Idol, Titelträger, Europameister: Trotz aller Streitbarkeit ist Ronaldo inzwischen einer der höchstdekorierten Fußballer überhaupt, krönte seine internationale Karriere überraschend mit dem EM-Titel 2016. Und in diesen Gehaltsklassen wird Ronaldo verschmerzen können, dass er Messis Verdienst nicht mehr einholen kann.

Real steckt in der Kostenspirale

Seit seinem Wechsel von Manchester United zu Real im Sommer 2009 hat Ronaldo mit den Königlichen neun Titel gewonnen, darunter die Champions League 2014 und 2016 und die Liga 2012. In 360 Spielen für den spanischen Rekordmeister traf der Mann von der Insel Madeira 372 Mal. In den vergangenen Wochen hatte Real die Verträge mit mehreren Profis verlängert, darunter mit Weltmeister Toni Kroos, Gareth Bale (beide bis 2022) und Luka Modric (bis 2020). Ronaldos Vertrag toppt deren Gehälter nun wieder deutlich. Zum Vergleich: Toni Kroos erhält in seinem neuen Vertrag etwas mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr. Die oft kritisierten hohen Gehälter der Profis ergeben sich dabei maßgeblich aus den finanziellen Erlösen, die die Stars ihren Klubs einbringen. Das Ronaldo-Trikot etwa ist eines der meistverkauften der Welt, sein Marketingwert ist ebenfalls etliche Millionen schwer. Hinzu kommen die Einnahmen durch Prämien und Sponsorengelder, also durch sportlichen Erfolg.

77 Millionen Euro Umsatz machte Real Madrid in der Saison 2014/15, ist damit laut der „Football Money League“ der Wirtschaftsberater von Deloitte der vermögendste Fußballverein der Welt. Die Preisspirale ist dennoch gefährlich: Denn von den steigenden Einnahmen muss Real nicht nur steigende Gehälter bezahlen, sondern auch Verbindlichkeiten und Schulden von mehr als einer halben Milliarde Euro bedienen. Nach Steuern bleibt beim spanischen Rekordmeister zwar seit Jahren ein hoher Gewinn, meist 30 Millionen oder mehr. Die hohen Kosten sorgen aber dafür, dass Madrid in der Champions League stets unter Erfolgsdruck steht. Ein mehrmaliges Verpassen der Qualifikation würde große Löcher in die Kalkulation reißen.

Aktuell läuft es sportlich für die Madrilenen. Der 3:0-Sieg gegen Leganés am Sonntag war bereits der achte Saisonerfolg in der Liga. Dadurch erhöhte der Champions-League-Gegner von Borussia Dortmund sein Punktekonto nach elf Spieltagen auf 27. Für die Gastgeber trafen der Waliser Gareth Bale (27. und 45. Minute) und der spanische Nationalstürmer Álvaro Morata (75.). Ronaldo allerdings blieb erneut blass und ging trotz mehrerer Chancen leer aus.

Stadtrivale Atlético Madrid hatte bereits am Samstag bei Real Sociedad San Sebastián überraschend 0:2 verloren und liegt damit schon sechs Zähler hinter Real. Die Partie von Titelverteidiger FC Barcelona beim FC Sevilla war für Sonntagabend angesetzt.

  • dpa
  • alm
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