Fußball
Rostock holt alten Bekannten als neuen Trainer

Zweitligist Hansa Rostock hat seinen ehemaligen Trainer Frank Pagelsdorf als Nachfolger für den geschassten Jörg Berger verpflichtet. Pagelsdorf, der einen Ein-Jahres-Vertrag erhält, wird ab Dienstag das Training leiten.

Frank Pagelsdorf soll Zweitligist Hansa Rostock zurück in die Bundesliga führen. Einen Tag nach der Entlassung von Trainer Jörg Berger bestätigten der Klub und Pagelsdorf ihre erneute Zusammenarbeit. Der Ex-Profi betreute die Hanseaten bereits von 1994 bis 1997, führte den Verein in dieser Zeit ins Oberhaus und schaffte dort zweimal den Klassenerhalt.

"Hansa ist eine Herzensangelegenheit für mich. Da brauchte ich keine Bedenkzeit. Wir waren uns schnell einig. Ich hatte bei dieser Aufgabe sofort ein gutes Gefühl. Ab Dienstagnachmittag werde ich das Training leiten", sagte Pagelsdorf, der einen Vertrag bis Saisonende unterschreiben wird. Im Falle des anvisierten Aufstiegs verlängert sich der Kontrakt automatisch um ein weiteres Jahr.

Pagelsdorf zuversichtlich

Trotz des Fehlstarts glaubt Pagelsdorf an eine mögliche Bundesliga-Rückkehr des Rostocker: "Die Mannschaft hat das Potenzial, die Mischung stimmt. Wir müssen jetzt aber in Etappen denken. Vorrangiges Ziel ist es, von den Abstiegsplätzen runter zu kommen. Dann müssen wir schnell den Anschluss an das Mittelfeld finden und im Winter können wir hoffentlich über die Aufstiegsplätze reden."

Pagelsdorf, der zuletzt bei Al Nasr in Dubai gearbeitet hatte, wird am Dienstagmittag offiziell vorgestellt. Er ist der bislang einzige Trainer in der Rostocker Bundesliga-Historie, der seinen Vertrag erfüllt hat. "Das hat bei meiner Entscheidung für ein erneutes Engagement bei Hansa eine sehr große Rolle gespielt", meinte Pagelsdorf weiter und ergänzte: "Es ist einfach so, dass ich den Verein und dessen Strukturen sehr gut kenne. Auch als ich weg war, habe ich mit einem Auge immer nach Rostock geschaut."

Kontakt riss nie ab

Der Kontakt zu Hansa riss seit seinem Abschied in Richtung Hamburger SV im Jahr 1997 nie ab. Erst vor vier Wochen hatte sich Pagelsdorf in Warnemünde privat mit dem kommissarischen Aufsichtsratschef Wolfgang Holz getroffen. "Gespräche über seine Rückkehr haben wir aber erst nach Bergers Entlassung am Sonntagabend geführt", versichert Holz.

Berger verabschiedete sich am Montagmorgen von der Mannschaft, die von Torwarttrainer Perry Bräutigam betreut wurde. Einige Fans beschimpften die Spieler und warfen ihnen vor, den Rauswurf Bergers mit öffentlichen Aussagen methodisch provoziert zu haben. Die 1:2-Heimpleite gegen Aufsteiger Kickers Offenbach und das peinliche 1:4 bei 1 860 München taten ihr Übriges.

Vorstand macht Druck

"Alles, was jetzt passiert ist, dürfte im Interesse der Mannschaft passiert sein. Die Fesseln um die Füße müssen jetzt gelöst sein. Es soll keiner der Spieler noch irgendeinen Scheiß erzählen. Wer jetzt noch glaubt, blockiert sein zu müssen, der kann sich einen neuen Klub suchen", stellte Holz unmissverständlich klar.

Doch Druck lastet jetzt nicht nur auf dem Kader, sondern vor allem auf dem Präsidium. Der Vorstandsvorsitzende Manfred Wimmer und Manager Herbert Maronn müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, an Berger trotz des Abstiegs festgehalten zu haben. "Dazu habe ich meine eigene Meinung. Aber ihre Selbstkritik hat mich beeindruckt", sagte Holz.

Pagelsdorf ein Fußball-Bekloppter

Doch die Hoffnungen ruhen auf Pagelsdorf und seiner Akzeptanz in der gesamten Region. "Er ist zwar kein Messias, aber er ist ein Fußball-Bekloppter, der schon morgens mit der Zahnbürste in der Hand an seinen Job denkt", so Holz. Pagelsdorf war zehn Monate in Dubai tätig und verzichtete auf eine Fortsetzung seines Engagement. Zuvor hatte der 47-Jährige den VfL Osnabrück trainiert. Zur ersten Bewährungsprobe kommt es bereits am kommenden Samstag im Pokal beim Amateurklub FC 08 Villingen.

© SID

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