Rückblick auf die Fußball-WM 2014
Grönemeyer besingt die Weltmeister

„Fußballer oder Gebrauchtwarenhändler“ wollte er werden. Stattdessen ist Herbert Grönemeyer nun einer der beliebtesten deutschen Sänger. Auf seinem neuen Album besingt er auch das 7:1 der DFB-Elf gegen Brasilien.
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DüsseldorfSein Erfolg kam spät, aber mit voller Wucht: Kaum ein Künstler berührt diese Nation so sehr wie Herbert Grönemeyer. In den vergangenen 30 Jahren landete jedes seiner deutschsprachigen Studioalben auf dem ersten Platz der Charts, sein Erfolgswerk „Mensch“ ist die wahrscheinlich meistverkaufte Platte in Deutschland bislang. Mit „Dauernd jetzt“ meldet sich der 58-Jährige nun zurück – und klingt aufgeräumt und optimistisch.

„Ich bin seit zweieinhalb Jahren in einer sehr glücklichen Beziehung und ich denke, das merkt man der Platte auch an“, erklärt Grönemeyer im dpa-Interview. So etwa bei der ersten Single-Auskopplung „Morgen“ oder dem zarten „Ich lieb mich durch zu Dir“.

Für Gänsehaut sorgt auch „Der Löw“, eine Hymne auf die Fußball-WM in Brasilien. Der Text entstand nicht erst nach dem Titelgewinn der Nationalelf, sondern bereits in der Nacht nach dem fulminanten Halbfinale gegen Brasilien (7:1). „Ich dachte, das ist alles nicht wahr“, erinnert sich der leidenschaftliche Fußballfan. „Ich fühlte mich wie ein Zehnjähriger. Das war wie als der VfL Bochum im Pokalfinale stand.“ Die Rheinische Post schreibt vom „emotionalsten, bemerkenswertesten und schrägsten Lied“ der Platte.

Es sei irre. Grönemeyer singe von Götzes Tor, er singe wie einer, der vom Public Viewing euphorisiert heimkehre und mal ein bisschen ausprobiere, angeschickert rumreime und wortschmiede. „Und dabei ist es egal, ob das nun das Gelbe vom Ei ist oder nicht.“

Zwölf Stücke umfasst „Dauernd jetzt“, 16 Lieder sind auf einer erweiterten Version zu hören. Der Titel spielt ebenso wie der Song „Wunderbare Leere“ darauf an, in der Gegenwart zu leben und den Moment zu genießen: „Das Leben findet jetzt statt (..) und das macht es auch aus. Genauso gemein ist es, wenn es Dir von jetzt auf gleich Mist beschert.“

Einen doppelten Schicksalsschlag erlebte der Sänger 1998, als innerhalb weniger Tage erst sein Bruder und dann seine Frau an Krebs starben. Grönemeyer zog sich zunächst zurück, seine Trauer verarbeitete er auf „Mensch“. Mit seinem Sohn und seiner Tochter wohnt er zur Hälfte in London und Berlin – und das weitgehend unbehelligt.

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