Rücktritt im Juli
Aufpasser für Italiens Liga-Boss Galliani

Im Juli wird der in den Manipulationsskandal verwickelte Adriano Galliani als Präsident der italienischen Fußball-Liga zurücktreten. Bis dahin bekommt er einen Aufpasser an die Seite gestellt. Am Ende eines Treffens mit dem kommissarischen Präsidenten des italienischen Fußball-Verbands (Figc), Guido Rossi, musste Galliani zustimmen, in den kommenden Wochen mit einem externen Manager ohne Verbindungen zu Fußball-Klubs die Liga zu leiten. Als mögliche Kandidaten für den diesen Posten gelten der Ex-Präsident der Mailänder Bank, Carlo Salvatori, und der ehemalige Chef des italienischen Stromkonzerns Enel, Franco Tato.

Galliani, der auch Vizepräsident des AC Mailand ist, soll so lange im Amt bleiben, bis der Fußballverband neue Regeln für die Wahl des Liga-Chefs verabschiedet hat. Am kommenden Montag tagt der Liga-Rat in Mailand, um ein neues Statut zu verfassen. Dies sollte im Juli in Kraft treten. Galliani wird beschuldigt, 2001 mit Hilfe von Ex-Manager Luciano Moggi von Juventus Turin und mehreren gekauften Stimmen die Wahl zum Liga-Chef gewonnen zu haben.

Moggi wird der systematischen Manipulation der Saison 2004/05 zu Gunsten des italienischen Rekordmeisters Juventus verdächtigt und steht im Mittelpunkt des Skandals, der von korrupten Referees, illegal wettenden Kickern über manipulierte Spielertransfers, Bilanzfälschungen bis hin zu Aktienkurs-Manipulationen reichen soll.

Kleine Klubs wollen klagen

Am Dienstag wurden die Schiedsrichter Paolo Dondarini und Domenico Messina vernommen. Weitere Referees sollen im Laufe der Woche folgen. Die römische Staatsanwaltschaft befragte am Dienstag als Zeuge Trainer Luciano Spalletti von AS Rom. Vernommen wurde auch der Präsident der römischen Bank Capitalia, Cesare Geronzi, der enge Beziehungen zu Moggi hatte. Geronzis Tochter zählt zu den Besitzern der Spieler-Vermittlungsgesellschaft GEA unter Kontrolle von Moggis Sohn Alessandro. Die Gesellschaft soll angeblich gezielt Transfers ihrer Klienten erpresst haben.

Die von Moggis Manipulationssystem benachteiligten Klubs verlangen inzwischen Schadenersatz. Der Präsident des Zweitligisten FC Bologna, Alfredo Cazzola, forderte die Beschlagnahme der Vermögen Moggis sowie des ebenfalls in den Skandal verwickelten Ex-Geschäftsführers von Juventus Turin, Antonio Giraudo, und des Ex-Verbandschefs Franco Carraro. "Sponsoren, Dauerkarteninhaber und Aktionäre von Bologna, die wegen Moggis Manipulationen schwer benachteiligt worden sind, werden meinem Beispiel folgen und Klagen einreichen", sagte Cazzola.

© SID

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