Rugby WM
England will im Finale Favorit Südafrika ärgern

England will im heutigen Finale der 6. Rugby-WM den Siegeszug der "Springboks" aus Südafrika stoppen und erneut "die Welt schocken". Die "Lions" gehen als krasser Außenseiter ins Endspiel im Stade de France.

Die Rolle des Favoriten ist oft eine Bürde, die eine Mannschaft eher hemmt als beflügelt. Und so hat Titelverteidiger England seine Rolle als Außenseiter im heutigen Finale der 6. Rugby-WM in Paris (21 Uhr/live im DSF) bereitwillig angenommen. Trotzdem wollen die Lions den Springboks aus Südafrika den Titel nicht kampflos überlassen und hoffen, mit einer außergewöhnlichen Leistung die Rugby-Welt erneut schocken zu können, nachdem sie im Halbfinale bereits Gastgeber Frankreich haben ausschalten können.

Engländer glauben an "Minichance"

Die mit einer 0:36-Pleite gegen den Finalgegner ins Turnier gestarteten Lions gehen zwar als krasser Außenseiter ins Endspiel im Stade de France, glauben aber an ihre Minichance, die sie zum Entsetzen des WM-Gastgebers schon beim 14:9-Halbfinalsieg gegen Frankreich nutzten.

"Die Spieler haben schon gezeigt, dass sie in einem erstklassigen Rugbyspiel die Welt schocken können. Aber wir starten als klarer Underdog, noch viel mehr als vergangene Woche gegen Frankreich", sagt Englands Sportdirektor Rob Andrew, dessen Team als erste Mannschaft die Webb Ellis Trophäe erfolgreich verteidigen könnte.

"Vor vier Jahren waren wir die Favoriten und sind unserer Rolle gerecht geworden. Damals herrschte in der Kabine nach dem Finalsieg Erleichterung, dieses Mal wäre es pure Euphorie", meint Ben Kay, der schon beim WM-Erfolg 2003 gegen Australien in Sydney dabei war: "Jetzt sind wir angetreten, und keiner hat uns etwas zugetraut." Erst recht nicht nach der Auftaktpleite. Andrew: "Jetzt können wir das außergewöhnlichste Comeback der Rugby-Geschiche schaffen."

Dabei erfahren die Lions sogar Unterstützung aus dem Königshaus. Prinz Harry, der schon beim Triumph vor vier Jahren und beim diesjährigen Halbfinale auf der Tribüne saß, wird erneut im Stadion sein.

Südafrika vertraut auf Bryan Habana

Südafrika, das auf seinen Ex-Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela als Ehrengast hofft, setzt vor allem auf Superstar Bryan Habana, den besten Versuchslieferanten der WM-Geschichte. Er kann am Samstag den Rekord des legendären neuseeländischen Rugby-Idols Jonah Lomu aus dem Jahr 1999 übertreffen, der wie Habana acht Versuche in einem Turnier schaffte. "Für ihn gibt es keine Grenze", sagt Lomu über seinen möglichen Nachfolger: "Ich hoffe, er schafft es, denn Rekorde sind da, um gebrochen zu werden."

Noch nie haben die Südafrikaner, die 1995 bei der Heim-WM den Titel holten, ein WM-Spiel im Stade de France verloren. Auch der Kantersieg in der Vorrunde gegen England wurde hier gefeiert. "Aber er ist nichts mehr wert, wenn wir nicht auch im Finale gewinnen. Wir vergessen alles, was bisher war, und konzentrieren uns ganz auf Samstag", erklärt Spielmacher Butch James.



© SID

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