Rummenigge nimmt Makaay in die Pflicht
Aufstieg und Fall des Trainers in mittleren Jahren

Der 1. FC Köln hat wieder verloren - wenn auch dieses Mal gegen den FC Bayern, und das auch nur mit Pech und Hilfe des Schiedsrichters. Aus dieser Niederlage konnten und wollten die FC-Verantwortlichen ihrem Trainer Uwe Rapolder keinen Strick drehen. Doch sein Ende in der Domstadt ist wohl nur aufgeschoben.

HB KÖLN. Was hatten sie in der vergangenen Woche nach der 3:6-Niederlage der Domstädter die Messer in Köln gewetzt. Nach dieser als Leistungsverweigerung interpretierten Partie in Frankfurt waren sich Kölner Fans und Medien in der Frage um ihren Übungsleiter einig geworden: Rapolder befindet sich auf Abschiedstournee.

Damit folgt der zunächst gefeierte Coach seinen Vorgängern Stevens, Funkel oder auch Lienen in der Rolle des am Rhein immer wieder gern inszenierten Sportdramas „Aufstieg und Fall des Trainers in mittleren Jahren“. Nach der als Fortschritt verbuchten 1:2 Niederlage seiner Mannschaft gegen den FC Bayern am Samstag, sagte Rapolder auf die Vorhersehbarkeit dieser Wendung angesprochen: „Ich bereue es überhaupt nicht aus Bielefeld hierher gekommen zu sein.“ Angesichts des seit Wochen ungemütlichen Arbeitsklimas am Geißbockheim, mag man das kaum glauben.

Und dennoch war die Partie gegen den deutschen Rekordmeister aus München eine dankbare Aufgabe für den umstrittenen Kölner Coach. Denn wenn man sich auf ein Gesetz der Branche gleichermaßen gut verlassen kann, wie auf eine baldige Entlassung des Trainers, nach einer andauernden Trainer-Diskussionen, dann auf dieses: Man kann einem erfolglosen Trainer aus einem verlorenen Spiel gegen den FC Bayern München keinen Strick drehen. Auf diese Weise wurde aus der Heimspielniederlage gegen die letztendlich zu cleveren Tabellenführer eine vorläufige kleine Atempause für den Kölner Trainer.

Einen gehörigen Anteil daran hatte auch der kämpferische Einsatz seines Teams, der den Geißböcken in der 28. Minute gar das ausgesprochen glückliche 1:0 durch Matthias Scherz brachte. Denn im Vergleich David gegen Goliath war es zunächst der Riese aus München der ungewohnte Schwächen im Abschluss zeigte. Im Falle Makaays war die Angst des Stürmers vor dem Tor bereits in der fünften Minute um eine Episode verlängert worden und auch Deisler vergab eine hochkarätige Chance (10.). Er übersah den besser postierten Ballack, der vor dem Tor wartete. Letzterer entschied die ausverkaufte Partie im Rhein-Energie-Stadion erneut durch seine unglaubliche Kopfballpräzision (74.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit als die Zuschauer schon den Münchener Sturm abgeschrieben hatten und Magath bereits zur Halbzeit Pizzaro für den uninspirierten Santa Cruz eingewechselt hatte, war es einmal mehr Innenverteidiger Lucio, der den unbedingten Willen zum Tor demonstrierte (54.) und den Ausgleich markiert hatte.

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