Rummenigge stellt sich vor Mittelfeldstar
Beckenbauer trübt Bayerns Feierlaune

Bei Rekordmeister Bayern München braut sich trotz des Triumphes im DFB-Pokal ein hausinterner Krach zusammen. Vom 13. Sieg in einem Pokalfinale sprachen auf dem Bankett nur noch wenige: Neben der Klasse-Vorstellung von Keeper Oliver Kahn war der Zorn von Franz Beckenbauer auf den schwachen Michael Ballack das Thema Nummer eins auf der Siegerparty. Der Gipfel der Kritik: "Er schont offenbar schon seine Kräfte für Chelsea und ruht sich aus."

BERLIN. Dem WM-OK-Chef missfiel die Vorstellung des Mittelfeld-Stars so sehr, dass er sich, ein Lächeln im Gesicht, von einer harten Attacke auf den Nationalmannschaftskapitän zur nächsten steigerte. "Ich habe mich gefragt: "Spielt er mit, oder spielt er nicht mit?" Er bewegte sich überhaupt nicht und das geht schon seit Monaten so", sagte er im ZDF.

Wie der 29-Jährige auf dem Platz "rumgetrabt ist, das hatte mit Fußball überhaupt nichts mehr zu tun", echauffierte sich Beckenbauer weiter. "Er hat gespielt als ob er keine Lust mehr hätte. Ich habe darauf gewartet, dass er ausgewechselt wird." Dass Ballack gegen den VfB Stuttgart am Mittwoch, wenn die Bayern vorzeitig Meister werden können, gelb-gesperrt fehlen wird, ist laut Beckenbauer kein großer Verlust. "So wie er spielt, ist er momentan ohnehin nicht der große Gewinn."



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Der viel Gescholtene nahm die Angriffe zunächst gelassen hin. "Was soll ich dazu sagen, mir ist das wurscht. Wir haben den Titel geholt, alles andere ist mir echt wurscht", sagte er: "Wenn Franz das sagt", setzte er weiter an - und brach den Satz lachend ab, den Mund wollte er sich schließlich nicht verbrennen.

Später auf der Pokalparty der Münchner in Berlin-Mitte wurde der Geschmähte aber etwas deutlicher. Gestärkt durch ein Küsschen von Lebensgefährtin Simone und auffallend gut gelaunt, wies er die böse Kritik des Präsidenten zurück. "Es ist zwar schwierig, Franz Beckenbauer zu widersprechen. Er ist der Franz und hat immer Recht. Aber ich glaube, dass niemand mir vorwerfen kann, mich hier nicht bis zum Schluss reingehängt zu haben. Es ist nicht korrekt, wenn man mir etwas vorwirft", sagte er.

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