Rummenigge wettet auf Makaay
Bremer Tor-Fabrik will FC Bayern stürzen

Nach dem Fußball-Fest gegen Udine will Werder Bremen auch den FC Bayern München seine Angriffsstärke spüren lassen und den deutschen Rekordchampion ausgerechnet in dessen Stadion von der Tabellenspitze der Bundesliga stürzen.

dpa MüNCHEN. Nach dem Fußball-Fest gegen Udine will Werder Bremen auch den FC Bayern München seine Angriffsstärke spüren lassen und den deutschen Rekordchampion ausgerechnet in dessen Stadion von der Tabellenspitze der Bundesliga stürzen.

„Das ist nicht das Treffen der großen Bayern gegen die kleinen Werderaner“,sagte Werder-Manager Klaus Allofs vor der Partie voller Selbstvertrauen. In München sieht man dem Auftritt der Bremer Tor-Fabrik in der Allianz Arena aber gelassen entgegen. Der im Sommer von der Weser an die Isar gewechselte Valérien Ismael ist sich sicher: „Wir können ohne Angst in das Spiel gehen. Wir schlagen Werder.“

Auch Michael Ballack sieht Bremens Offensiv-Stil eher positiv. „Ich freue mich auf das Spiel. Endlich mal eine Mannschaft, die nicht mauert“, sagte er. Ob der Mittelfeldstar gegen Bremen aber überhaupt mitwirken kann, war wegen eines im Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin (1:2) erlittenen Blutergusses im rechten Oberschenkel unklar. „Er tut sich noch schwer mit seiner Prellung. Wir müssen abwarten, ob er einsatzfähig ist“, sagte Trainer Felix Magath. Das Abschlusstraining musste Ballack ausfallen lassen, gehört aber zum Bayern-Aufgebot.

Nach fast zweimonatiger Verletzungspause kehrt Owen Hargreaves in den Kader des FC Bayern München zurück. Der englische Nationalspieler hat seit Mitte September wegen einer Leistenblessur kein Spiel mehr für den deutschen Rekordmeister bestreiten können.

Für Karl-Heinz Rummenigge ist das ewig junge Duell mit dem Rivalen aus dem Norden um die nationale Spitzenposition die ideale Chance zur Wiedergutmachung für die bittere Niederlage in Turin. „Wir werden die Dinge da wieder zurecht rücken.“

Magath kennt auch schon den Schlüssel zum Erfolg. Das 4:3 der Bremer in der Champions League gegen Udinese Calcio sei ein deutliches Zeichen gewesen: „In der Offensive sind sie vielleicht stark, aber in der Defensive haben sie klare Schwächen.“ Der Auftrag, den Vorsprung auf den schärfsten Verfolger auf fünf Punkte auszubauen, geht also an die Münchner Stürmer - und damit in erster Linie an Roy Makaay.

„Ich wette jeden Betrag, dass er gegen Bremen wieder trifft. Ich habe das im Gefühl, ich war ja schließlich auch mal Stürmer“, tönte Rummenigge vorab und beschwor das Ende der viel diskutierten 1 080 Minuten anhaltenden Durststrecke des Niederländers. Den unbedingten Glauben an die eigene Stärke ließ Makaay aber zuletzt vermissen und musste einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Nationalcoach Marco van Basten nominierte ihn nicht für das Länderspiel gegen Italien am 12. November. „Ich muss einfach meinen Stil weiter spielen. Irgendwann treffe ich wieder“, sagte Makaay.

Angriffs-Sorgen kennen die Bremer überhaupt nicht. Der K & K-Sturm ist zwar wegen der Blinddarm-Operation von Ivan Klasnic wie gegen Udine gesprengt, aber der neben Miroslav Klose wohl erneut zum Einsatz kommende Nelson Valdez berichtete keck von einem Gespräch mit dem verletzten Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz. „Er fragt immer, warum wir so viele Tore schießen. Aber ich verrate es ihm natürlich nicht.“

31 Treffer in elf Spielen lautet die erstaunliche Bilanz. Nur in Hannover blieben die Bremer in dieser Saison ohne Torerfolg. Der FC Bayern hingegen ist in allen fünf Bundesliga-Heimspielen im neuen Stadion bislang ohne Gegentreffer. Für den Ex-Münchner Torsten Frings wäre es eine besondere Freude, Oliver Kahn, seinen Kumpel im Bayern- Tor, als erster Bundesliga-Profi in der Allianz Arena zu bezwingen. „Das ist doch eine große Motivation“, sagte er.

Doch auch Nationaltorwart Kahn hat einen großen Anreiz, die Werder-Angreifer zu stoppen. Zum 173. Mal würde er dann in der Bundesliga ohne Gegentor bleiben und den Ex-Bremer Oliver Reck als „Zu-Null-Rekordhalter“ ablösen. „Passiert es schon gegen Werder, dann würde ich mich natürlich noch mehr freuen“, sagte Kahn.

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