Saftlos, kraftlos, zweikampfschwach
Beim FC Bayern schrillen erste Alarmglocken

dpa MÜNCHEN. Lange haben die Bayern-Verantwortlichen jedem Krisengerede beim Bundesliga-Countdown eine Absage erteilt, doch nach der höchsten Lokalderby-Pleite seit 45 Jahren schrillen beim deutschen Rekordmeister erste Alarmglocken.

„Wir müssen die nächsten zwei, drei Wochen überstehen“, mahnte Manager Uli Hoeneß nach dem blamablen 0:3 des FC Bayern im 202. Lokalderby gegen 1 860 München. Auch Trainer Felix Magath schwant für den Bundesliga-Einstand gegen Borussia Dortmund nichts Gutes: „Wenn wir uns von so einer Niederlage verrückt machen lassen, dann wird es am Freitag schwer.“

Saftlos, kraftlos, zweikampfschwach: Wie schon beim 0:2 im Ligapokal-Finale gegen Werder Bremen ließ der Meister im Endspurt vor dem Saisonstart jeglichen Beweis seiner Klasse vermissen. „Der Gegner war konditionell stärker“, gestand auch Coach Magath nach der Pleite im als Abschiedsspiel für den langjährigen Bayern-Stürmer Giovane Elber getarnten Lokalderby ein. Auch Elbers Nachfolger wie Roy Makaay und Neuzugang Lukas Podolski bekamen nach der harschen Niederlage und nun vier Spielen ohne Torerfolg Kritik vom Trainer zu hören: „Wir schießen zu wenig Tore - das müssen wir bis Freitag ändern.“

Kapitän Oliver Kahn war schon zur Pause reichlich bedient, Owen Hargreaves drohte der Eckfahne frustriert Tritte an - trotz des wenig ernsthaften Charakters der Abschiedsgala für den erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Stürmer schmerzte die Bayern die Derby-Pleite. „Natürlich verliert man gegen 1 860 nicht gerne mit 0:3“, räumte Hoeneß ein. „Aber das ist eben keine eingespielte Mannschaft. Wenn man dann verunsichert wird durch Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe, dann passieren solche Dinge.“

„Wir wussten, dass es holprig wird“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der wie die gesamte Bayern-Führungsetage zwischen Zuversicht und Angst vor einem Fehlstart schwankt. „Noch kann ich gut schlafen“, beteuerte Trainer Magath fast schon trotzig - gestand dann aber auch angesichts des Trainingsrückstandes vor allem der letzten WM-Rückkehrer Podolski, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Willy Sagnol ein: „Wir müssen versuchen, uns im August durch zu lavieren.“

Doch nur auf Glück will sich Manager Uli Hoeneß beim Liga-Start nicht verlassen und bat nach der müden Derby-Vorstellung die Bayern- Anhänger um Beistand: „Die Fans müssen wie eine Wand hinter der Mannschaft stehen.“ Zuspruch kam nach der peinlichen Derby-Pleite ausgerechnet vom siegreichen Gegner: „Wer die Bayern kennt, der weiß: Die kommen immer in Schwung und am Ende stehen sie wieder an der ersten Stelle“, sagte Löwen“-Trainer Walter Schachner.

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