Saison-Bilanz 2016/17 Der trügerische Boom der Bundesliga

Die Stadien sind voll, die Bundesliga ist ein Milliardengeschäft, das stetig wächst. Dennoch läuft es sportlich und wirtschaftlich nicht rund: Warum die Liga international nur Dritter ist und viele Klubs zulegen müssen.
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Kölns Spieler Artjoms Rudnevs (l-r), Anthony Modeste und Trainer Peter Stöger jubeln nach der Bierdusche für Stöger auf der Pressekonferenz. Köln gewann 2:0 und wird in der Europa League spielen. Quelle: dpa
1. FC Köln

Kölns Spieler Artjoms Rudnevs (l-r), Anthony Modeste und Trainer Peter Stöger jubeln nach der Bierdusche für Stöger auf der Pressekonferenz. Köln gewann 2:0 und wird in der Europa League spielen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer FC Bayern München und Borussia Dortmund sind für den deutschen Fußball Fluch und Segen zugleich. Sportlich und vor allem wirtschaftlich dominieren beide Vereine die Bundesliga seit Jahren. Allerdings ist der Verfolger aus dem Ruhrgebiet dabei höchstens sportlich auf Augenhöhe, und das auch nur gelegentlich.

Die herausragende Stellung des Rekordmeisters, die mangelnde Konstanz des stärksten Konkurrenten und die Schwäche der restlichen Liga ist das große Problem der Bundesliga im internationalen Vergleich. Zwar boomt die Bundesliga hierzulande, auch in der gerade abgelaufenen Saison haben die 18 Vereine mehr als drei Milliarden Euro umgesetzt.

Doch der Erfolg im Stammland überdeckt die Schwächen im internationalen Vergleich. Sportlich ist dies in der abgelaufenen Saison ungewöhnlich deutlich geworden. Die Halbfinalspiele in Champions und Europa League fanden ohne deutsche Beteiligung statt. Das ist für das Land des Fußball-Weltmeisters eine blamable Bilanz.

Sportlich sind die spanischen Mannschaften das Maß. Keine Liga hat in den vergangenen Jahren derart erfolgreich gespielt. Das Besondere: In Spanien kämpfen nicht nur die zwei Supervereine FC Barcelona und Real Madrid auf Augenhöhe, dahinter haben sich extrem starke Klubs etabliert, die zumindest sportlich immer für eine Überraschung gut sind und die Branchenführer immer wieder herausfordern.

Wirtschaftlich enteilt die englische Premier League in eine andere Dimension – dank fantastischer TV-Deals, großartiger Sponsorenverträge und der größten internationalen Fanbasis. Mit den Topvereinen aus London und Manchester können international nur Real Madrid, FC Barcelona, Juventus Turin und die Bayern mithalten.

Was für ein Glück für die anderen, dass die Engländer aus ihren Milliarden im Überfluss sportlich so wenig machen. Auch zuletzt zeigte sich das bekannte Muster: Die meisten Klubs sind zum Teil sang- und klanglos recht früh ausgeschieden. Nur ein Klub von der Insel, Manchester United, liegt als Finalist der Europa League wirtschaftlich im Soll.

Große Klubs machen zu wenig aus ihren Möglichkeiten
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