San-Marinesen haben liebenswerte Beziehung zu ihrer Fußballmannschaft
Blaskapellen und Fußballzwerge

Die deutsche Nationalelf spielt heute erstmals gegen San Marino. Gegen kleine Gegner hat die DFB-Auswahl viele hohe Siege erzielt – aber auch einige Pleiten erlebt.

SERRAVALLE. Die Einwohner der Republik San Marino sind bekannt für ihre Gastfreundschaft. Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf den Flugplatz „Frederico Fellini“ im benachbarten Rimini landete, blies eine san-marinesische Blaskapelle aus voller Brust. Allerdings scherten sich die Nationalspieler, die heute Abend gegen San Marino antreten, herzlich wenig darum. Sie spazierten achtlos vorbei und stiegen in den eigens aus Frankfurt am Main angekarrten DFB-Mannschaftsbus mit den tiefdunkel getönten Scheiben. Einzig die Damen und Herren, die sich „Freunde der Nationalmannschaft“ nennen, kurz FDN, genossen das stimmungsvolle Ständchen.

Der Pressesprecher des DFB sah sich am Tag nach der Landung jedenfalls genötigt, davon zu berichten, wie sehr doch dieser kleine Empfang den Spielern Freude bereitet habe, wirklich außergewöhnlich viel Freunde, wie er sagte. Diese Episode zeigt, wie schwer sich ein Fußballriese mitunter tut, wenn es ihn in Sachen EM-Qualifikation in Kleinrepubliken oder Stadtstaaten verschlägt. Bundestrainer Joachim Löw findet es immerhin „absolut gerecht“, dass San Marino an der EM-Qualifikation teilnehmen darf. „Wir nehmen es so an, wie es kommt.“

Nicht selten kam es für das Flagschiff des weltgrößten Sportverbandes richtig dick gegen so genannte Fußballzwerge. Als da wäre der 11. Juni 2003. Die Mannschaft, die ein Jahr zuvor noch im WM-Finale stand, blamierte sich in Thorshavn gegen die Gelegenheitsfußballer der Färöer. Bis in die 88. Spielminute hielt die Mannschaft der Eisverkäufer, Lastwagenfahrer und Schafshirten ein 0:0. Zwei Minuten fehlten an der Sensation, ehe Miroslav Klose (89.) und Fredi Bobic (90.) trafen. Fast wären die Herren Vizeweltmeister an ihrer eigenen Überheblichkeit gescheitert. „Ich weiß nur, dass der Trainer Däne ist und der Torwart eine Mütze aufhat“, hatte Torsten Frings am Tag vor diesem Qualifikationsspiel auf die Frage geantwortet, was er denn über die Mannschaft der Färöer wisse.

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