SC Paderborn
Fans sind sauer über Eintrittspreise

Wie erwartet ist Paderborn wieder aus der Bundesliga abgestiegen. Wirtschaftlich hat der Verein das Abenteuer gut überstanden. Doch der Ärger der Fans über die Ticketpreise bleibt. Ein Gespräch mit Manager Michael Born.
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DüsseldorfEs ist noch gar nicht so lange her, da war der SC Paderborn der „krasseste Außenseiter der Bundesliga-Geschichte“ – so sah es zumindest der damalige Trainer André Breitenreiter. Beim Bundesliga-Start wird der Verein aber nicht mehr dabei sein. Denn der SCP ist wieder in der 2. Liga – und will die Außenseiter-Rolle gegen die des Favoriten eintauschen – der Favorit, der einen Wiederaufstieg schaffen kann.

An die vergangene Saison muss Manager Michael Born noch oft denken. „Wir müssen das hinter uns lassen und nach vorne schauen. Es geht schließlich weiter“, sagt er. Borns Fazit für die 1. Bundesliga: „Wir haben uns gut verkauft“. Nicht jede Niederlage in der vergangenen Saison sei negativ zu bewerten, sagt er weiter.

Viel Zeit für Trauer blieb dem Paderborner Manager sowieso nicht: Die Kritik um die Preispolitik des Vereins hielt noch an, dem Kader drohte der Ausverkauf, Trainer André Breitenreiter ging zu Schalke 04, und auch sein eigener Vertrag lief aus. Letzteres war mit einem guten Angebot schnell geklärt, Born fühlt sich schließlich wohl in Paderborn.

 

Wo aber der SCP sportlich steht, ist noch schwer einzuschätzen, denn der Verein hat einen personellen Umbruch hinter sich. Viele Stammspieler sind gegangen, acht neue Profis hinzugekommen. Und dann die Überraschung in dieser Woche: Kapitän Uwe Hünemeier verlässt den Zweitligisten und geht nach England, wechselt zum Zweitliga-Club Brighton & Hove Albion.

„Bei der Ablösesumme mussten wir aus kaufmännischen Gründen zustimmen. Wir sind nicht in der Lage die Wunschgehälter für die Spieler zu zahlen. Außerdem besaß Hünemeier in seinem bis 2016 laufenden Vertrag sowieso eine Abstiegsklausel ab der kommenden Wintersaison, die nicht so hoch war“, sagt Born.

Mit Hünemeier verliert der Absteiger wohl seinen wichtigsten Führungsspieler. Das weiß auch Born. „Wir wollten den Wechsel verhindern, doch es macht keinen Sinn, einen Spieler gegen dessen Willen zu halten.“ Um den Verlust das Kapitäns und der Spieler zu kompensieren brauchen die Paderborner viel Geduld und Zeit.

Born ist dennoch optimistisch: „Wir müssen uns in der 2. Liga wieder behaupten. Dafür haben wir bessere Rahmenbedingungen als andere Vereine. Wir waren vor einem Jahr keine normalen Aufsteiger und sind auch jetzt keine normalen Absteiger.“ Damit meint er unter anderem: Der SCP war der einzige Verein in der 1. Liga mit einem gemieteten Team-Bus, die Benteler-Arena fasste nur 15.000 Zuschauer und eine Scouting-Abteilung gab es bis zum Aufstieg gar nicht. 

Seit dem Abstieg hat sich zwar viel verändert beim SC Paderborn, dennoch profitiert die Mannschaft von der 1. Liga. Die Zahlen sprechen für sich, meint Born: „Wir haben mehr Dauerkarten verkauft. Vor der 1. Liga gab es nur 1.800 Vereinsmitglieder, jetzt sind es über 10.000“.

Nach dem Abstieg sei aber die Zahl der verkauften Dauerkarten zurückgegangen. „Waren es in der 1. Liga 10.912 Dauerkarten, sind es in dieser Saison 5.566. Das war aber keine Überraschung für uns“, sagt der Geschäftsführende Vize-Präsident Martin Hornberger. Im Vergleich zur Aufstiegssaison habe sich die Zahl aber mehr als verdoppelt. Auch bei den Preisen für die Dauerkarten habe sich mittlerweile etwas getan.

Die Kritik an der Preispolitik des Vereins besteht schon seit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Damals waren Fans verärgert darüber, dass die Preise viel zu hoch sind. Auch der Startschuss zum Dauerkarten-Verkauf in der aktuellen Saison lief nicht erfreulich. Doch gegenüber der 1. Liga seien die Preise gesenkt worden, bestätigt Hornberger. „Im Vergleich zu den Preisen der Aufstiegssaison wurden sie allerdings erhöht. Schließlich bieten wir höherwertigeren Fußball und Entertainment, das auch seinen Preis hat.“

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