SC Paderborn in der Bundesliga
Aufgestiegen ohne abzuheben

Der SC Paderborn startet am Sonntag mit einem Mini-Etat in seine erste Bundesliga-Saison. Wie der bodenständige Aufsteiger die Klasse halten will – und warum er dabei nicht mehr nur auf den regionalen Mittelstand setzt.
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PaderbornBeim SC Paderborn 07 hatten sie dieser Tage ein Problem. Keines, das sie nicht hätten lösen können. Die neuen Trikots wurden nämlich knapp, einige Größen waren vergriffen. Die Merchandising-Abteilung orderte eilig einen frischen Satz der begehrten Textilien, so dass spätestens zur Bundesliga-Premiere an diesem Sonntag gegen den FSV Mainz 05 wieder alle Größen erhältlich sein sollen.

Der kurzzeitige Engpass ist zwar nicht repräsentativ für das, was sich derzeit rund um den Überraschungsaufsteiger aus Ostwestfalen-Lippe abspielt. Er dient jedoch als Sinnbild für jene Entwicklung, die ein Verein, die eine Region in den vergangenen Monaten und Jahren genommen hat, dessen vorläufiger Höhepunkt der Erstliga-Aufstieg im Mai gewesen ist.

Und wenn am Sonntag um 15.30 Uhr gegen den FSV Mainz 05 das erste Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte angepfiffen wird, werden 15.000 erwartungsfreudige Zuschauer in der Benteler-Arena dabei sein, 1500 davon als rheinhessische Gäste. Mehr passen nicht rein, Paderborn hat die mit Abstand kleinste Spielstätte der Liga.

Kurzzeitig hatte der Verein darüber nachgedacht, sein trautes Heim unweit der A33, von seinen Gegnern auch gehässig als Wellblech-Palast tituliert, um 3000 Plätze aufzustocken. Doch diese Idee wurde wieder verworfen. Denn die Geschäftsführung um den diplomierten Sportlehrer Martin Hornberger will das finanzielle Risiko (vorerst) gering halten und den Erfolg nicht um jeden Euro erzwingen: „Wer weiß denn, was in einem Jahr ist? Uns geht es erst einmal darum, solide und nachhaltig zu wirtschaften.“

Und doch: „Die Pläne habe ich weiter auf dem Tisch, und wir werden auch bald Bauanträge stellen“, kündigte Präsident Wilfried Finke jüngst im Gespräch mit dem Westfalen-Blatt an. Zunächst gelte es, die neue Saison zu leben und die Nachfrage für die Saison 2015/2016 zu erspüren. „Wir werden nicht übereilt ausbauen und kaufmännischen Blödsinn machen. Ich sehe auch gar nicht ein, warum sich der Verein wieder neu verschulden soll“, sagte Finke.

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