Schärfste Sicherheitsvorkehrungen
Team USA bevorzugt Geistertraining

Sicherheit ist die oberste Priorität für die Fußball-Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. So trainierten die Schützlinge von Trainer Bruce Arena unter Ausschluß der Öffentlichkeit und starker Überwachung.

HB HAMBURG. Bereits wenige Stunden nach der Ankunft in Hamburg hat USA-Trainer Bruce Arena unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen ein Training abgehalten. "Ich will die Spieler ein bisschen ins Schwitzen bringen und ihre Körper auf die neue Zeitzone einstellen", sagte Arena am Freitag bei der ersten Pressekonferenz und fügte lächelnd hinzu. "Außerdem ist es eine sinnvolle Sache vor einer WM zu trainieren." Arena formuliert sein Ziel vorsichtig: "Wenn wir die Gruppe überstehen würden, wäre das für mich eine erfolgreiche WM." Gegner in Gruppe E sind Italien, Tschechien und Ghana.

Mit Polizei-Eskorte wurde der Mannschafts-Bus, der als einziger der 32 WM-Gefährte keine Nationalitäten-Kennzeichen trägt, von der Hamburger Innenstadt ins benachbarte Norderstedt in Schleswig- Holstein geleitet, wo auf dem Gelände des Hamburger SV die täglichen, geheimen Übungseinheiten abgehalten werden. Überwachungskameras wurden installiert, Parkplätze gesperrt, Altpapiercontainer entfernt. Denn Sicherheit hat beim US-Team oberste Priorität.

Schon bei Ankunft auf dem Flughafen wachte ein enormes Polizei- Aufgebot über die Mannschaft, ein Panzerwagen der Bundespolizei wartete in Reichweite. Die Nacht über waren Rollfeld und Gebäude mit Infrarot-Kameras kontrolliert worden, Spürhunde suchten selbst in den Kamerataschen der Fernsehteams und Fotografen nach Sprengstoff. Mit einer gewaltigen Polizei-Eskorte, die einem Besuch des amerikanischen Präsidenten angemessen gewesen wäre, wurde der Bus zum Park Hyatt Hotel geführt.



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Das Hotel an der Einkaufsmeile Mönckebergstraße wird von einer Polizei-Hunderschaft nebst aus den USA eingeflogenen Spezialkräften und weiteren Sicherheitsleuten geschützt. Die Straße am Haupteingang des Hotels bleibt während der WM komplett gesperrt. Über der Fünf- Sterne-Herberge kreiste bei der Ankunft der Mannschaft ein Hubschrauber. "Wir sind sehr gut aufgestellt, was die Sicherheit angeht", versicherte Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU). "Wir haben eine perfekte Planung. Ich hoffe auf eine fröhliche WM." Nicht so fröhlich sind die Einwohner von Norderstedt. "Ich finde das dreist", beklagte Anwohner Frank Horn (40) Einschränkungen und fehlende Informationen. Auch Benedikt Rocksien (34) ärgerte sich: "Meine Frau ist hochschwanger, das Baby kommt wahrscheinlich während er WM und nun kann ich nicht in der Nähe parken." Rocksien hat sich um eine Ausnahmegenehmigung bemüht, bekam aber von den Behörden eine Absage. Andere Anwohner beklagen den Lärm von Hubschraubern, die über das Trainingsgelände fliegen. Die WM-Begeisterung hält sich in Norderstedt in Grenzen. Stadtsprecher Kai Evers: "Die Amerikaner sind in Hamburg zu Gast, bei uns trainieren sie ja nur."

Erwartungsvoller gab sich der amerikanischen Konsul Duane C. Butcher. Er freute sich, dass er seinen Landsleuten eine der "schönsten deutschen Städte" präsentieren kann. "Ansonsten kennen die meisten ja immer nur Heidelberg und Bayern." Butcher glaubt, dass das US-Team bis ins Finale vorstoßen kann. "Ich habe nur Tickets für die K.o.-Phase und keine für die Gruppen-Spiele", sagte er und verriet damit blindes Vertrauen in die Leistungskraft der Mannschaft. Das schien auch der Chor auf dem Rollfeld des Hamburger Flughafens zu haben, als er das Soccer-Team morgens um 6.00 Uhr mit dem Queen- Hit "We are the Champions" empfing. Die Spieler fühlten sich jedoch nicht unbedingt wie Champions. Müde nach dem siebenstündigen Flug von New York und erschrocken über die empfindliche Frische von lediglich sieben Grad Celsius marschierten sie über einen roten Teppich in den Bus.



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"Die Spieler werden mit ihrem Aufenthalt in Hamburg sehr zufrieden sein", prophezeite Mannschaftssprecher Michael Kammarman. Der Verband habe vor einem Monat Hamburg besucht, um die Umgebung um das WM- Quartier zu erkunden. Dabei sei vor allem das Miniatur-Wunderland sowie Hafen und Alster als Attraktionen aufgefallen.

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