Schalke besteht in Istanbul: Der gefühlte Sieg - und ein Einspruch

Schalke besteht in Istanbul
Der gefühlte Sieg - und ein Einspruch

Das verdiente Remis bei Galatasaray ist für den FC Schalke 04 mehr als eine gute Ausgangslage - es ist das Signal zur Trendwende. Zudem haben sich die Gelsenkirchener auch noch ein Hintertürchen offen gelassen.
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IstanbulAuf dem Spielberichtsbogen war ein Remis notiert, doch für die zuletzt nicht gerade erfolgsverwöhnten Schalker fühlte es sich an wie ein Sieg. „Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel in dieser hitzigen Atmosphäre abgeliefert“, bilanzierte Trainer Jens Keller zufrieden nach dem 1:1 bei Galatasaray Istanbul. Der Auftritt beim türkischen Meister dürfte Keller bis zum Bundesligaspiel am Samstag (18.30 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf mehr Ruhe verschaffen.

Mit gestärktem Selbstbewusstsein trat Schalke am Donnerstag die Heimreise aus der Millionenmetropole am Bosporus an. Die über 90 Minuten unerwartet couragierte und engagierte Vorstellung macht Mut - und Hoffnung auf den Viertelfinal-Einzug am 12. März in Gelsenkirchen. „Das 1:1 ist ein gutes Ergebnis. Wir haben noch das Rückspiel zu Hause. Da müssen wir den Sack zumachen“, forderte Torjäger Klaas-Jan Huntelaar.

Um dem seit seinem ersten Arbeitstag in der Kritik stehenden Chefcoach weiter den Rücken zu stärken, muss sich die Mannschaft auch in der Bundesliga auf ihre Qualität besinnen. Unmissverständlich forderte Manager Horst Heldt nun auch Großtaten im Alltagsgeschäft, um solche Festtage auch in der kommenden Saison genießen zu können. „Die Champions League ist immer etwas Besonderes. Sie schärft die Sinne. Doch am Samstag müssen wir mit einer ähnlichen Einstellung gegen Düsseldorf spielen. Wenn wir weniger tun, wird es nicht klappen“, warnte Heldt. Von einem Wendepunkt nach der Serie von nun 13 Pflichtspielen mit nur einem Sieg mochte der Manager noch nicht sprechen. „Wende? Das wird man sehen.“

Nachdem Roman Neustädter mit einem Fehlpass das 0:1 durch den starken Burak Yilmaz (12.) verschuldet hatte, bewies der von seiner Augeneinblutung genesene Huntelaar kurz vor der Pause Durchblick und schickte den überragenden Jefferson Farfan in dessen 50. Champions-League-Spiel auf die Reise. Den Querpass des Peruaners verwertete Jermaine Jones gekonnt zum wichtigen Auswärtstor (45.). Trotz seines zweiten Treffers auf Europas größter Fußball-Bühne hatte Jones gemischte Gefühle. Weil er nach einem Foul Gelb für Selcuk Inan forderte, wurde er selbst verwarnt und kann im Rückspiel nur die Daumen drücken. „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte. Aber die Sperre ist ein Wermutstropfen“, sagte Jones zu seiner dritten Gelben Karte. „Das war dumm.“

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