Schalke gegen Bayern unter Erfolgszwang
Konstant schwach statt „total dominant“

Mirko Slomka vom FC Schalke 04 und Felix Magath vom FC Bayern München, die am Sonntag (17 Uhr) in der Gelsenkirchener Arena mit ihren Mannschaften gegeneinander antreten, sind zwei Fußball-Lehrer, die einunddasselbe Problem haben.

GELSENKIRCHEN. Beide stehen mit ihren Teams ordentlich da in der Tabelle, beide kommen dennoch nicht zur Ruhe. Nach neun Bundesliga-Spieltagen haben beide Klubs jeweils 16 Punkte auf dem Konto und belegen damit die Plätze zwei (Bayern) und drei. Tabellenführer Werder Bremen schoss zwar mehr Tore als die beiden Verfolger zusammen, hat aber nur drei Punkte mehr.

Es sind nun aber nicht diese drei mickrigen Zähler, die bei den Fans des FC Schalke (und bei denen des FC Bayern) für Ärger sorgen. Es ist der rumpelige Fußball, der sie stört, und für den sie in der Mehrzahl Mirko Slomka und Andreas Müller verantwortlich machen. Seit Wochen verspricht Müller: „Wir stehen wieder auf“. Das war nach dem Ausscheiden in der ersten Runde des Uefa-Cups gegen den AS Nancy genauso wie nach der Pokalniederlage beim Zweitligisten 1. FC Köln. Slomka und der Manager räumen den Dauernörglern gegenüber fehlende Konstanz ein. Wenn es aber eines gibt, das die Schalker in dieser Saison an den Tag legen, dann ist es Konstanz. Sie spielen beständig schwach bis höchstens durchschnittlich. Einen Kantersieg im Pokal bei der zweiten Mannschaft des FC Hansa Rostock außer Acht gelassen, gab es nur einen einzigen Ausreißer nach oben.

Am dritten Spieltag wurde der SV Werder mit 2:0 bezwungen. Die Schalker spielten wunderbaren Fußball, genauso wie sie es sich vor der Saison („totale Dominanz“) vorgenommen hatten. Mit dem Schlusspfiff der Partie aber verschwand dieser Zauber. Die guten Phasen der Schalker dauern nun im Höchstfall noch 45 Minuten, meistens sind es weniger. Einige Fans sind längst gleichgültig geworden. Ihnen ist es egal, wie Schalke spielt. Das ist die schlimmste Form des Liebesentzugs.

Wenigstens annähernd so etwas wie Liebe bekam Kevin Kuranyi nur ein einziges Mal von den Schalker Fans geschenkt. Sie feierten ihn, weil er im Sommer 2005 zwei Tore zum Derbysieg in Dortmund geschossen hatte. Kuranyi, kurz zuvor für sieben Millionen Euro vom VfB Stuttgart gekauft, sei auf Schalke angekommen, hieß es. Zu früh, er ist bis heute auf dem Weg.

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