Schalke im Uefa-Cup-Halbfinale nun gegen Sevilla
Slomkas Wutausbruch als Krampflöser

dpa GELSENKIRCHEN. Bevor der FC Schalke 04 wieder vom ersten internationalen Titel seit neun Jahren träumen durfte, platzte dem sonst so freundlichen Mirko Slomka der Kragen.

„Der Trainer hat in der Halbzeit die Tafel runtergehauen“, berichtete Nationalspieler Gerald Asamoah nach dem mühsamen 1:1 gegen Levski Sofia. Trotz einer über weite Strecken indiskutablen Leistung zogen die „Königsblauen“ dank des 3:1-Siegs in Bulgarien erstmals seit 1997 wieder in das Halbfinale des Uefa-Pokals ein.

„Dass es so verkrampft läuft, hätte ich nicht gedacht. Wir haben in der ersten Halbzeit die Bälle schlampig nach vorne geschlagen“, sagte Slomka, der seinen Fußball-Profis in der Pause „sehr deutlich“ die Leviten gelesen hatte. Zu pomadig und leidenschaftslos hatte sich der Bundesliga-Vierte präsentiert. „Wir haben gedacht, dass es von alleine geht“, bestätigte Asamoah. Vor allem Regisseur Lincoln (58.), der mit seinem sechsten Europapokaltor die Führung durch Emil Angelow (24.) ausgeglichen hatte, ließ Engagement und Zweikampfstärke vermissen.

Slomka knöpfte sich bei seinem Wutausbruch den brasilianischen Spielmacher dann auch gesondert vor: „Nur mit Hingucken bekommt man die Bälle nicht.“ Zuvor hatten bereits Asamoah („Ich habe ihm gesagt, mach' auch mal mit“) und Marcelo Bordon ihren launischen Teamkollegen auf dem Platz zu mehr Einsatz aufgefordert. „Dass wir uns mal anmachen, muss auch sein“, meinte Abwehrchef Bordon.



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Dank der Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt trifft der Revierclub in der Runde der letzten Vier auf den FC Sevilla, der Zenit St. Petersburg ausschaltete. Im Hinspiel am 20. April wollen die „Knappen“ den Grundstein für den Einzug in das Finale in Eindhoven (10. Mai) legen, sieben Tage später steigt das Rückspiel. „Wer in Spanien um die Champions-League-Plätze mitspielt, kann so schlecht nicht sein“, befand Slomka.

Trotz des Halbfinaleinzugs herrscht beim Revierclub keine Hochstimmung. Im Gegensatz zu den legendären „Eurofightern“, die 1997 auf einer Euphoriewelle zum Uefa-Cup-Triumph getragen wurden, präsentiert sich das Team derzeit als Zweckgemeinschaft. „Nach dem 0:1 hat jeder mit dem anderen gestritten“, sagte Kevin Kuranyi, den sein Trainer trotz mäßiger Leistung „auf dem Weg zur WM-Form“ sieht.

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