Schalke-Keeper Manuel Neuer: Viel Arbeit, noch mehr Frust

Schalke-Keeper Manuel Neuer
Viel Arbeit, noch mehr Frust

Manuel Neuer steht mit Schalke 04 auf dem letzten Tabellenplatz. Trotz guter Leistungen konnte auch der Nationaltorwart die Talfahrt der Gelsenkirchener vorerst nicht beenden.

Manuel Neuer hat derzeit viele Gelegenheiten, sein Können zu zeigen. Mit zahlreichen Glanzparaden hat der Nationaltorwart in der neuen Saison seine WM-Form eindrucksvoll bestätigt, doch Freude kommt nicht auf. Denn der 24-Jährige steht bei Schalke 04 in der Schießbude der Bundesliga. 21 abgewehrte Schüsse in den ersten vier Spielen waren Liga-Spitze, doch neun Gegentore beinahe auch. Die desolate Abwehr der Königsblauen beschert Neuer nicht nur jede Menge Arbeit, sondern auch jede Menge Frust. "Enttäuscht und traurig" war die deutsche Nummer eins nach der bitteren 1:3-Pleite im Revierderby gegen Borussia Dortmund - und nahm kein Blatt vor den Mund.

"Keinen Mut, keine Aggressivität" hatte der Kapitän bei seinen Vorderleuten gesehen und öffentlich die Arbeitseinstellung der Kollegen kritisiert. Aber auch Trainer und Manager Felix Magath musste sich nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte kritische Worte aus dem Mund des Vorzeige-Schalkers anhören. "Wir haben zu wenige Spieler, die Verantwortung übernehmen", sagte Neuer und bemängelte damit indirekt die Zusammenstellung des neuen, millionenschweren Kaders.

Keine Kritik an Neuer

Der Torwart selbst ist als einziger bisher über jede Kritik erhaben. Ohne ihn, so die einhellige Meinung im Schalker Umfeld, hätten die Königsblauen wohl schon genauso viele Tore kassiert wie Borussia Mönchengladbach. Die Elf vom Niederrhein führte mit 15 Gegentreffern nach vier Spielen die Liste an. Die Statistik bestätigte diese Einschätzung: Gladbachs Logan Bailly bekam 31 Schüsse aufs Tor, nur einen mehr als Neuer.

Wie lange sich der Schalker Torwart das Abwehrchaos noch antut, ist die große Frage. Sollten die Gelsenkirchener einen Europapokalplatz verfehlen, dürfte der Weggang des Publikumslieblings nicht mehr zu verhindern sein. Rekordmeister Bayern München hat sein Interesse an Deutschlands Nummer eins immer wieder bestätigt, hartnäckig halten sich Gerüchte, Neuer sei sich mit dem FC Bayern längst einig.

Fehlende Millionen könnten durch Neuer-Verkauf kompensiert werden

Für den Vizemeister wäre der Verkauf des Vorzeige-Schalkers wohl die einzige Möglichkeit, fehlende Europapokal-Millionen zu kompensieren. Neuers Vertrag läuft noch bis 2012; die Bayern suchen einen Nachfolger für Jörg Butt, dessen Kontrakt im kommenden Jahr endet.

Frustriert hat den gebürtigen Gelsenkirchener, der früher selbst in der Nordkurve stand, vor allem die peinliche Vorstellung im Derby. "Es kam mir vor wie ein Freundschaftsspiel", sagte Neuer, "in unserer Situation muss man über den Kampf kommen, aber das haben wir überhaupt nicht gemacht." Dass Führungsspieler wie die abgegebenen Marcelo Bordon oder Heiko Westermann fehlen, nervt ihn ebenso wie der mangelnde Kampfgeist seiner neuen Kollegen: "Wir müssen die einfachen Dinge machen und nicht überdrehen und versuchen, alles spielerisch zu lösen. So kann es nicht weitergehen."

© SID

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