Schalke-Saison verkorkst
Zweifel an „Magier“ Magath wachsen

Die Zweifel an der Zauberkraft von "Magier" Felix Magath wachsen. Nach der überragenden Saison mit der Vizemeisterschaft und der Rückkehr auf die Champions-League-Bühne ist der als "Heilsbringer" gefeierte Trainer des FC Schalke 04 im harten Abstiegskampf der Bundesliga gelandet.

dpa TEL AVIV. Mit sechs Punkten nach zehn Spielen hinkt die umgekrempelte Millionen-Truppe des Revierclubs auf Platz 17 den hohen Erwartungen weit hinterher. Die Hoffnung auf den ersten Meistertitel nach 1958 ist der Angst vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit gewichen.

Vor dem Champions-League-Spiel bei Hapoel Tel Aviv nutzte eine Fan-Gruppe aus dem westfälischen Verl die Gelegenheit, ihre Wünsche auf kleinen Zettelchen in die Ritzen der Klagemauer von Jerusalem zu stecken. "Bitte steigt nicht ab", stand darauf. Franz Beckenbauer glaubt zwar, dass Schalke noch die Kurve kriegt, unkte nach der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen aber bereits: "Meister werden sie wahrscheinlich nicht."

Während Schalke in der "Königsklasse" und im DFB-Pokal auf Erfolgskurs steuert, ist die Bundesliga-Saison schon nach knapp einem Drittel der Spiele verkorkst. Selbst mit einer Siegesserie, die dem Team derzeit nicht zuzutrauen ist, bleibt das abermalige Erreichen eines Europapokal-Platzes wohl Utopie. Sportlich wie finanziell wäre das für den hoch verschuldeten Club ein Desaster.

Magath wirkt auf der Suche nach einem "Patentrezept" zunehmend ratlos, hat sich von höheren Zielen bereits verabschiedet. "Wir hängen unter fest und das noch länger. Nach oben zu schauen, verbietet sich. Nun geht es nur darum, zu punkten und da unten raus zu kommen." Abwehrspieler Christoph Metzelder bezeichnete die Lage als "dramatisch", der mit große Getöse verpflichtete spanische Weltstar Raúl sprach von "kollektiver Angst".

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