Schalke scheint reif für Titel
Das Ende der Bayern-Ära

dpa DÜSSELDORF. Der 30. Bundesliga-Spieltag markierte für den FC Bayern München das Ende einer großen Ära: Nach zehn Jahren in der Champions League muss sich der deutsche Rekordmeister nach der 0:2-Pleite beim VfB Stuttgart wohl mit dem Uefa-Cup abfinden und einen Neuaufbau beginnen.

„Ich freue mich darüber, dass sie uns jetzt ein bisschen in die Pfanne hauen“, sagte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer der „Welt am Sonntag“. „Das ist eine Chance. Da kannst du dich als Verein erneuern und sagen: So, jetzt packen wir es wieder an.“ Auf Meisterkurs ist 49 Jahre nach seinem letzten Titelgewinn der FC Schalke 04, der gegen Energie Cottbus (2:0) die Tabellenspitze nach nur 19 Stunden von Werder Bremen zurückeroberte.

Bayern-Kapitän Oliver Kahn hatte nach der peinlichen Vorstellung des Noch-Meisters die Nase gestrichen voll. „Nach diesem Auftritt habe ich keine Lust mehr auf Durchhalteparolen“, schimpfte er. Eitel Sonnenschein herrschte dagegen bei den Stuttgartern, die vier Tage zuvor das DFB-Pokalfinale erreicht hatten. „Hut ab vor den Jungs. Das war ein toller Abschluss“, sagte VfB-Teammanager Horst Heldt nach der „Woche der Wahrheit“, an deren Ende der Tabellendritte fünf Punkte vor den Bayern steht. Ins Schwärmen geriet auch Trainer Armin Veh: „Heute waren wir richtig gut. Das war unser bestes Saisonspiel.“

Dies kann man vom Schalker Arbeitssieg gegen Cottbus, bei dem viel Dusel im Spiel war, nicht unbedingt sagen: Erst traf der Cottbuser Timo Rost (51.) die Latte und acht Minuten später ins eigene Tor. „Wir verlieren die Nerven nicht“, meinte 04-Chefcoach Mirko Slomka nach dem glücklichen Erfolg. Nach dem dritten Zu-Null-Sieg in Serie tönte Hamit Altintop jedoch voller Übermut: „Die Bremer können machen, was sie wollen. Wir geben die Schale nicht mehr ab.“

Sein Abwehrchef Marcelo Bordon, der das 2:0 markierte, trat dagegen auf die Bremse. „Noch haben wir nichts erreicht“, warnte er. Schließlich siegten die Verfolger Werder Bremen (3:1 gegen Alemannia Aachen) und Stuttgart im Gleichschritt. Der Bremer Diego schrieb dabei mit seinem Traumtor aus rund 62 Metern ein neues Kapitel für das Fußball-Geschichtsbuch.

Seite 1:

Das Ende der Bayern-Ära

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%