Schalke-Vorstand um Schadensbegrenzung bemüht
Wontorra nach "Doppelpass" im Abseits

Der DSF-Moderator ist von seinem Arbeitgeber nach seinen Äußerungen über Schalke-Manager Rudi Assauer abgemahnt worden. Doch die dadurch ausgelöste Diskussion um den Gesundheitszustand Assauers ist damit nicht vom Tisch.

HB MÜNCHEN/GELSENKIRCHEN. Der TV-Sender DSF hat zwei Tage nach den Äußerungen von "Doppelpass"-Moderator Jörg Wontorra über Schalke-Manager Rudi Assauer auf den Vorfall reagiert. "Herr Wontorra hat eine Abmahnung erhalten. Darüber hinaus wird er sich im Doppelpass am kommenden Sonntag nochmals öffentlich in aller Form bei Herrn Assauer entschuldigen. Einen weiteren Fehltritt darf sich Herr Wontorra nicht mehr erlauben. Dass Herr Assauer und Schalke 04 die Entschuldigung des DSF und von Jörg Wontorra angenommen haben, hat dazu geführt, dass wir keine schwerwiegenderen Konsequenzen ziehen mussten", teilte DSF-Geschäftsführer Thomas Deissenberger in einer Presse-Erklärung mit.

Assauer hatte die telefonische Entschuldigung von Wontorra am Montag akzeptiert. Als Gastgeber der Journalisten-Talkrunde "Doppelpass" hatte Wontorra am vergangenen Sonntag im Zusammenhang mit der Wutrede des Managers nach der 0:1-Auftaktpleite in der Champions League beim PSV Eindhoven gesagt: "Die Bild würde da sehr doppeldeutig titeln: "Assauer voll dabei". Das ist vielleicht auch noch ein ganz kleines Problem, das man besprechen sollte." Wenig später ließ Wontorra in der Expertenrunde noch die Frage folgen: "Inwieweit sollte ein Manager aufpassen, dass sein Grundnahrungsmittel nicht den ganzen Tag flüssig ist?"

Wontorra hatte mit seiner Äußerung zweierlei Problemfelder angestoßen. Beim DSF will man einen gern gesehenen Gast der Diskussionsrunde natürlich nicht verprellen. Schließlich ist Assauer bekannt für deutliche Worte und nicht zuletzt deshalb beliebt bei Journalisten. Schalke will verhindern, dass Assauers Trinkgewohnheiten - innerhalb des Klubs und bei den so genannten Insidern seit jahren Gesprächsthema - in aller Öffentlichkeit diskutiert werden. Bislang war dies stets ein Tabuthema. Doch der Bann scheint nun gebrochen - und die Schalker Führung ist um Schadensbegrenzung bemüht. Assauers Stellung im Club sei unverändert, versicherten deshalb alle Vorstandsmitglieder am Montag. Von einer Entmachtung Assauers könne nicht die Rede sein.

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