Schalker Stürmer will weiter für Deutschland spielen
Enttäuschter Kuranyi denkt nicht an Rücktritt

Kevin Kuranyi will auch nach seiner Nichtnominierung für die WM in Deutschland weiter den Bundesadler auf der Brust tragen." Ich will bis zum Ende meiner Karriere für Deutschland spielen", so der Stürmer deutlich.

Den Schock über seine Nichtnominierung für die Weltmeisterschaft in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) hat Kevin Kuranyi noch nicht verkraftet. Trotzdem verschwendet der Stürmer von Bundesligist Schalke 04 keinen Gedanken an einen Rücktritt. "Nein, keine Sekunde. Auch wenn das der größte Schlag in meiner Karriere war, es war wie ein tiefer Stich in mein Herz. Mir wurde der Boden unter den Füßen weggezogen, einfach so, in ein, zwei Sekunden. Aber ich habe mich für Deutschland entschieden. Und ich will bis zum Ende meiner Karriere für Deutschland spielen", erklärte Kuranyi in einem Interview mit der Bild am Sonntag auf die Frage nach eventuellen Rücktrittsgedanken.

"Fühle mich immer noch als ein Teil der Mannschaft"

Zugleich bekräftigte der 24-Jährige, dass er sich trotz der Nichtnominierung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach wir vor mit dem Team verbunden sieht: "Ich fühle mich noch immer als ein Teil der Mannschaft. Und ich wünsche mir, dass die Mannschaft wirklich den WM-Titel holt. Und ich will im Stadion sitzen, wenn Deutschland am 9. Juli im Finale steht. Und dann werde ich mit Deutschland jubeln."

Dennoch sitzt bei dem Schalker Profi, der noch bis zum 28. Juni in seinem Geburtsland Panama weilt und dort via TV die deutschen Spiele verfolgen wird, der Stachel der Enttäuschung tief. "In Sekunden ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Das war unglaublich, damit hatte ich niemals gerechnet. Ich habe in der Nationalelf und bei Klinsmann viele schöne Momente gehabt, ich war immer mittendrin dabei und habe Tore gemacht. Ich habe niemals geahnt, dass er mich nicht nominiert", erinnert er sich an den 15. Mai, als ihm Klinsmann die schlechte Nachricht per Handy mitteilte.

"Ich lag noch im Bett mit meiner Freundin und meinem Sohn. Das Handy klingelte und dann sagte Jürgen Klinsmann zu mir: "Sorry, Kevin, aber du bist nicht dabei". Ich habe gelacht und gesagt: "Das ist jetzt nur ein Spaß, oder?" - Aber Klinsmann hat gesagt: "Nein, das ist mein Ernst."

Odonkor entschuldigt sich bei Kuranyi

Für Kuranyi war der Dortmunder David Odonkor in den deutschen WM-Kader gerückt. "Er hat mir eine SMS geschrieben und sich dafür entschuldigt, dass er bei der WM dabei ist und nicht ich. Und dass es ihm Leid tut", berichtete der Schalker im "Bams"-Interview: "Aber ich habe ihm geantwortet, dass er sich nicht entschuldigen muss. Wir kennen uns ein bisschen aus der U21, er ist echt ein guter Typ. Wir haben uns noch ein paar SMS geschrieben. Ich habe ihm viel Glück gewünscht." Auch andere Nationalspieler hätten SMS geschrieben, "und mit Gerald Asamoah habe ich in dieser Woche telefoniert. Ich habe gesagt: "Asa, ich schaue genau hin, was du bei der WM machst."

"Gott hat es so gewollt"

Nach dem ersten Schock habe er sich mit seiner Familie beraten und mittlerweile sei die Enttäuschung auch einigermaßen verarbeitet: "Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Jetzt, mit fast zwei Wochen Abstand, sage ich mir: Okay, Gott hat das so gewollt. Ich habe noch nicht verstanden, warum - aber das sollte so sein. Gott wird mir die Zeit geben, das zu verstehen."

Der 35-malige Nationalspieler räumte aber ein: "Die Saison auf Schalke war nicht gut. Ich habe nur zehn Tore gemacht, wir haben die Champions League verpasst." Dennoch kann er die Entscheidung Klinsmann nicht nachvollziehen: "Ich habe mir den Kopf zerbrochen. Ich habe mich gefragt: Habe ich jemandem was Schlechtes getan, dass ich so hart bestraft werden muss?" Nachtragend sei er aber nicht und auch nicht sauer auf Klinsmann: "Er muss wissen, was er tut. Und ich muss das so akzeptieren."

Dass er noch durch die Hintertür in den WM-Kader rutscht, hofft Kuranyi nicht: "Ich hoffe nicht, dass dieser Fall eintritt. Weil ich keinem Spieler wünsche, dass er sich verletzt."

© SID

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